Das Projekt wird von der Pfarrei Heilige Petrus und Paulus und der Caritas Ludwigshafen seit Winter 2022 organisiert. Das klappt aber nur, weil es etwa 30 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer gibt. Die sind schon vom frühen Morgen an mit den Vorbereitungen beschäftigt: Sie kochen Kaffee, rücken Stühle zurecht und decken die Tische. Man merkt richtig: Den Ehrenamtlichen liegen die Menschen, die hierherkommen, am Herzen. Claudia Möller-Mahnke ist eine der Initiatorinnen des Projekts. "Einige Gäste sagen zu mir, dass sie hier ein Stück Würde wiederkriegen. Hier bei uns ist jeder Mensch herzlich Willkommen", sagt sie.
Ludwigshafen: Mittagessen soll Restaurantcharakter haben
Die Organisatoren legen Wert darauf, dass das Winterhilfe-Mittagessen bewusst auch Restaurantcharakter hat. Die Gäste sitzen an großen Gruppentischen im Raum verteilt, jeder Tisch hat eine eigene Bedienung, die sich um alles kümmert. Auch das übernehmen die ehrenamtlichen Helfer und Helferinnen. Bis zu 150 Gäste werden hier im Winter montags ab 13 Uhr bewirtet.
Viele Menschen kommen weil sie einsam sind
Das Zusammensitzen in Gemeinschaft hilft und ist bereichernd. Wer wenig Geld hat oder sogar obdachlos ist, sei oft auch sehr einsam, berichtet eine der ehrenamtlichen Helferinnen. Sonja M. ist eine der vielen Gäste. Sie hat eine kleine Rente und nach allen Abzügen nur 100 Euro zum Leben - pro Monat. Für die Seniorin ist das Winterhilfe-Mittagessen unverzichtbar. "Ich finde es toll, dass es immer noch Menschen gibt, die an arme Menschen denken! Dass es immer noch Menschen mit Herz gibt", sagt Sonja M. im SWR-Gespräch.
Bistum Speyer finanziert Projekt nicht mehr
Zu Beginn wurde das Projekt auch aus Mitteln des Bistums Speyer bezahlt. Inzwischen wird das Projekt vor allem durch Spenden finanziert. Etwa 25.000 Euro brauchen die Ehrenamtlichen pro Jahr, um das Mittagessen zu finanzieren.
Für diesen Winter sind bereits die nötigen Spenden eingegangen. Aber es mussten trotzdem Abstriche gemacht werden: Ohne das Geld vom Bistum gibt es in diesem Winter nur noch an 13 statt wie vorher, an 19 Montagen Mittagessen. Die meisten Gäste, die zur Winterhilfe kommen, seien Senioren und Seniorinnen, sagt Claudia Möller-Mahnke. Grundsätzlich aber sei jeder Willkommen.