Welpe war durchnässt und unterkühlt

Läuferin rettet Fuchsbaby bei Halbmarathon-Training in Alsheim

Eigentlich wollte sie für den Mainzer Gutenberg-Halbmarathon trainieren, dann wurde eine Hobby-Läuferin zur Tierretterin.

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Von Autor/in Golo Schlenk

Die Laufgruppe um die 37-jährige Vanessa Steinbach aus Ober-Wiesen trainiert aktuell für den Gutenberg-Halbmarathon in Mainz. Am vergangenen Sonntagvormittag war sie bei Alsheim (Kreis Alzey-Worms) unterwegs, als den Läuferinnen und Läufern ein kleines, verschmutztes Fellknäuel am Wegesrand auffiel.

Der Welpe wirkte ängstlich und lief nervös den Wegesrand ab. "Er kam fauchend und schreiend auf uns zu", erzählte sie später. Vanessa Steinbach hielt an und merkte gleich, dass der kleine Fuchs dringend Hilfe brauchte

Die 37-Jährige vermutete, dass das Tier offensichtlich schon Stunden zuvor einen Abhang heruntergepurzelt war und seine Mutter ihr Junges nicht mehr finden konnte.

Fuchswelpe war völlig kraftlos

Das hilflose Tier habe versucht, ihren Laufschuh hochzukrabbeln und dabei völlig kraftlos gewirkt. Kurzerhand nahm Vanessa Steinbach das etwa handgroße Tier mit Hilfe von Taschentüchern hoch und wickelte es in ihr Laufshirt.

"Als das Fuchsbaby die Wärme spürte, ist es gleich eingeschlafen", erzählt Steinbach dem SWR. Sie brachte das Tier zunächst nach Hause und rief dann einen Tierretter an.

Ein kleiner Fuchs steht auf Decken.
Der Fuchswelpe wird in einer Wildtierstation aufgepäppelt.

Fuchs soll im Pfälzerwald ausgewildert werden

Der Tierretter brachte den jungen Fuchs schließlich zu einer Wildtierstation im Pfälzerwald. Dort wird der Welpe aktuell aufgepäppelt. Biologin Eva Lindenschmidt kümmert sich um ihn und berichtet von einem inzwischen völlig wiederhergestellten Welpen: "Er frisst gut und muss nicht mehr mit der Flasche gesäugt werden. Und er ist sehr verspielt."

In etwa vier Monaten soll er wieder ausgewildert werden - an einer einsamen Stelle im Pfälzerwald.

Ein Fuchswelpe liegt schlafend auf Decken.
Der kleine Fuchswelpe muss in der Wildtierstation auch mal schlafen.

Wildtiere nur im Notfall mitnehmen

Die Tierexpertin lobt das Verhalten von Vanessa Steinbach. Ohne ihre Hilfe hätte der Fuchs wahrscheinlich nicht überlebt. Dennoch macht sie darauf aufmerksam, dass man erst 20 bis 30 Minuten in einiger Entfernung warten soll, wenn man ein offenbar hilfsbedürftiges Jungtier entdeckt.

Erst wenn sicher sei, dass es nicht von seinen Eltern geholt werde und es sich wirklich in Lebensgefahr befinde, soll man es mitnehmen und zu einer Wildtierstation bringen.

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Golo Schlenk
Golo Schlenk ist Reporter im SWR Studio Mainz

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