Kreistag Bad Kreuznach lehnt Finanzierung vorerst ab

Rettungskräfte in Mainz wollen schneller und effektiver werden

Menschen in Mainz und Umgebung sollen künftig noch schneller Hilfe bekommen. Die Rettungsleitstelle zieht jetzt in größere Räumlichkeiten, um später mit der Feuerwehr zusammen alle Notrufe bearbeiten zu können.

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Von Autor/in Rabea Amri

Feuer, Hochwasser, Unfall, Herzinfarkt - bisher laufen alle Notrufe aus Rheinhessen bei der Feuerwehr in Mainz-Bretzenheim ein. Oder bei der Feuerwehr in Worms. Die Feuerwehrleute dort schicken im Falle eines Brandes ihre Kollegen los. Kommt aber ein medizinischer Notfall rein, dann müssen sie per Telefon die Kollegen der Rettungsleitstelle in Mainz informieren. So können wichtige Minuten verloren gehen, bis ein Rettungswagen losgeschickt wird.

Rettungsleitstelle in neuem Gebäude in Mainz-Gonsenheim

Langfristiges Ziel ist es deshalb, alle beteiligten Stellen an einem Ort zusammenzuführen. Die Rettungsleitstelle für die Städte Mainz und Worms sowie die Landkreise Mainz-Bingen und Alzey-Worms befand sich bisher in der Mainzer Innenstadt in einem Gebäude des Deutschen Roten Kreuzes.

Die Leitstelle in der Mainzer Innenstadt ist nach fast 40 Jahren zu klein geworden und war für die anstehenden Zukunftsaufgaben nicht mehr gewappnet.

Dort arbeiteten Notfallsanitäter verschiedener Rettungsorganisationen zusammen und nahmen die Anrufe entgegen. Sie sind jetzt in den DRK-Neubau nach Mainz-Gonsenheim umgezogen. Dort wurde eine Etage angemietet.

Das neu gebaute Haus mit dem Schriftzug Deutsches Rotes Kreuz.
In dem neuen DRK-Gebäude befindet sich jetzt die Rettungsleitstelle.

Integrierte Rettungsleitstelle in Mainz kann alle Arten von Notfällen bearbeiten

Mit dem Umzug in die neuen Räumlichkeiten wurde der erste Schritt hin zur Integrierten Leitstelle gemacht. Die zeichnet sich dadurch aus, dass Feuerwehrleute und Notfallsanitäter gemeinsam die Anrufe entgegennehmen, die über die 112 eingehen. Eine Weiterleitung bei medizinischen Notfällen ist dann nicht mehr nötig und es geht keine Zeit verloren.

Aktuell bleibt es aber noch bei den drei verschiedenen Standorten: Feuerwehr Mainz, Feuerwehr Worms und neue Rettungsleitstelle Mainz-Gonsenheim. Im Frühjahr 2025 sollen die drei Standorte dann zunächst zusammengeschaltet werden. So wird es dann auch ein gemeinsames Computersystem geben, damit die Notfälle in allen Leitstellen gleichzeitig in Echtzeit sichtbar sind.

Bis dahin werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Rettungsdienst-Hintergrund noch zu Feuerwehr-Gruppenführern ausgebildet, damit sie auch auf Feuerwehr-Notrufe optimal vorbereitet sind.

Ein Mitarbeiter mit Headset steht vor mehreren Bildschirmen in der neuen Rettungsleitstelle in Mainz-Gonsenheim.
Ein Mitarbeiter mit Headset steht vor mehreren Bildschirmen in der neuen Rettungsleitstelle in Mainz-Gonsenheim.

Kreis Bad Kreuznach kommt im nächsten Jahr dazu

Auch der Kreis Bad Kreuznach kommt im nächsten Jahr dazu. Dann werden auch die Notfälle dort von den drei Leitstellen in Mainz und Worms disponiert.

Allerdings hat der Kreistag Bad Kreuznach die Entscheidung zur Finanzierung einer neuen Rettungsleitstelle in Mainz erst einmal verschoben. Das hat der Kreistag am Montag (03.06.24) entschieden. Die Mehrheit der Kreistagsmitglieder fühlte sich über Pläne für die Leitstelle zu schlecht informiert.

Der Kreis Bad Kreuznach soll sich mit 6,4 Millionen Euro an den Baukosten beteiligen. Die Kreistagsabgeordneten wollen aber, bevor sie den Kosten zustimmen, noch einen Vertreter des Planungsbüros hören. Das wird dann frühestens in der Kreistagssitzung im September sein.

Ziel: Neuer Standort im Mainzer Stadtgebiet

Das Ziel aller beteiligten Kommunen ist es aber, langfristig alle Leitstellen an einem Ort zu vereinen. Dafür reicht das DRK-Gebäude in Mainz-Gonsenheim nach Angaben der Verantwortlichen nicht aus. Ein neuer Standort werde schon gesucht, sagt der Mainzer Oberbürgermeister Nino Haase, wahrscheinlich in Mainz-Weisenau. Geplant ist, dass im Jahr 2030 an diesem neuen Standort alle Notrufe aus der gesamten Region Rheinhessen-Nahe auflaufen.

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