"Spitzenreiter in Deutschland"

EWR Worms steigt aus dem Gasgeschäft aus

Die Zeiten, in denen die EWR AG ihre Kunden in Rheinhessen und der Umgebung mit Gas versorgt, nähern sich einem Ende. Allerdings gibt es kein genaues Datum für den Ausstieg aus der Gasversorgung.

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Von Autor/in Wolfgang Seligmann

Zwei Gründe gibt das Unternehmen für den Ausstieg aus dem Gas an: die eigenen Nachhaltigkeitsziele und steigende Preise für die Kunden. "Die Versorgung mit Gas wird durch internationale Krisen immer unsicherer", erklärt EWR-Vorstandssprecher Stephan Wilhelm die Lage. "Und Gas wird auch durch politische Entscheidungen immer teurer in den nächsten Jahren."

Politische Vorgaben und Krisen lassen Gaspreis steigen

Eine solche politische Entscheidung sei zum Beispiel die gesetzliche Verpflichtung, ab 2028 dem Gas sogenanntes Biogas beizumischen. "Biogas ist knapp und müsste zumindest teilweise importiert werden. Das wird den Gaspreis nach oben treiben", sagt Wilhelm.

Wir können uns das Verbrennen von Erdgas wegen des Klimawandels nicht mehr leisten.

Aber auch der Klimaschutz spielt bei der Entscheidung der EWR eine Rolle. "Was mit der Verbrennung von Erdgas einher geht, nämlich die Erzeugung von CO2, können wir uns in Zukunft wegen des Klimawandels nicht mehr leisten. Und das haben wir auch in unserer Unternehmensstrategie fest verankert." Das Unternehmen verstehe sich als regionales Energieunternehmen mit einer klaren Haltung.

Gasausstieg könnte zeitnah passieren

Ein genaues Datum für den Ausstieg aus der Gasversorgung nennt EWR-Vorstandssprecher Stephan Wilhelm nicht. "Wenn die Preise weiter steigen, werden die Kunden sagen: Wir können uns das nicht mehr bezahlen." Das könne sehr zeitnah passieren, wenn Kriege sich ausweiten.

Wann auch immer, man stehe bereit den Kunden Alternativen anzubieten: Wärmepumpen oder Photovoltaikanlagen zum Beispiel. Entsprechendes Know-How sei im Unternehmen bereits vorhanden. So könne man jeden über alternative Energiegewinnung beraten und die entsprechenden Geräte auch einbauen.

Kunden mit Gas versorgen ist leicht verdientes Geld

Die Anteilseigner der EWR tragen den Ausstieg aus der Gasversorgung und die nachhaltige Unternehmensstrategie, so Wilhelm weiter. Und das, obwohl das Geld verdienen dadurch nicht einfacher werde.

Aus dem Geschäft mit Gas auszusteigen, erfordert Mut. Und den Mut haben wir.

"Für viele Anbieter war die Versorgung der Kunden mit billigem Gas sehr leicht verdientes Geld. Und viele Unternehmen wollen das so lange wie möglich so weitermachen", sagt Wilhelm. "Aus dem Gasgeschäft auszusteigen, dazu gehört Mut - und den Mut haben wir. Wir wollen die Energiewende aktiv bespielen und den Klimawandel positiv beeinflussen." Deutschlandweit sei die EWR mit dieser Unternehmensstrategie führend.

Entega und Mainzer Stadtwerke sind nicht so deutlich

Andere Energieversorger in der Region halten sich mit einer klaren Entscheidung aus der Gasversorgung auszusteigen zurück. Die Entega in Darmstadt zum Beispiel schreibt auf SWR-Nachfrage, man orientiere sich immer an den Bedarfen der Kunden. Eher mittel- oder langfristig sei damit zu rechnen, dass die Gasnetze umgewandelt werden müssten, weil strombasierte Wärme an Bedeutung gewinne.

Die Mainzer Stadtwerke-Tochter "Energie und Service GmbH" habe aktuell nicht die Absicht, den Gasvertrieb einzustellen, so die Antwort auf eine Anfrage des SWR. Es bräuchte vor allem weitere Rechts- und Planungssicherheit, um aus der Erdgasversorgung auszusteigen.

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