Gegen 20:20 Uhr gingen bei der Feuerwehr in Mainz "zahlreiche" Notrufe mit dem Stichwort "Explosion" ein, wie ein Sprecher der Feuerwehr bestätigte. Als die Einsatzkräfte an dem fünfstöckigen Mehrfamilienhaus in der Goethestraße in der Mainzer Neustadt ankamen, seien ihnen Flammen aus der Erdgeschosswohnung entgegen geschlagen.
Anwohner berichten von Knall
"Ich lag schon im Bett, hab Fernsehen geschaut, da hab ich einen dumpfen Knall gehört", berichtet Wilfried Sauer, der in einem Haus um die Ecke wohnt. "Ich dachte, zwei Busse seien vielleicht zusammengestoßen und einer sei umgekippt." Viele Anwohner, auch aus den angrenzenden Häusern, verließen ihre Wohnungen, um sich ein Bild von der Lage zu machen - darunter auch Manfred Feltes.
"Ich war fix und fertig mit den Nerven", erzählt er. Seine Tochter und Enkeltochter leben nämlich in dem betroffen Haus im zweiten Stock.
Rettung über Drehleiter
Sie mussten über eine Drehleiter von der Feuerwehr gerettet werden. Nach Angaben der Feuerwehr waren die beiden Frauen von dem Brand in der Wohnung eingeschlossen gewesen. Gegen 21:45 Uhr war der Brand dann weitestgehend gelöscht, so der Feuerwehrsprecher.
Sechs Menschen bei Hausbrand in Mainz verletzt
Die Bilanz am Ende: Sechs verletzte Menschen. Fünf erlitten laut Feuerwehr eine Rauchgasvergiftung, eine Person hatte einen Herzinfarkt. Außerdem mussten auch einige Bewohner des Nachbarhauses vom Rettungsdienst betreut werden. Insgesamt waren laut Feuerwehr 20 Menschen von dem Feuer betroffen.
Während der Löscharbeiten hatten die Einsatzkräfte die Räume mehrmals gründlich durchsucht, um auszuschließen, dass sich doch noch irgendwo im Gebäude Menschen befinden.
Ursache von Explosion noch unklar
Wie es zu der Explosion kommen konnte, ist noch unklar. Möglicherweise war ein Gasleck die Ursache. Nach Angaben eines Polizeisprechers werden nun zunächst Messungen durchgeführt, um zu schauen, wie hoch die Schadstoffbelastung ist. Dann untersuchen die Brandexperten der Kriminalpolizei das Haus. Die Höhe des Sachschadens steht noch nicht fest.
Wohnbau findet Unterkünfte für Bewohnerinnen und Bewohner
Das Gebäude ist nach Begutachtung des Baufachberaters nicht einsturzgefährdet, allerdings wegen der Rauchausbreitung bis auf Weiteres unbewohnbar. Die Wohnbau, zu der das Mehrfamilienhaus gehört, hatte die Bewohnerinnen und Bewohner zunächst in Hotels untergebracht. Mittlerweile habe man Ersatzwohnungen für sie gefunden, teilt die städtische Wohnungsgesellschaft mit.