Es war der bislang heißeste Tag des Jahres in Gimbsheim - bis zu 40 Grad wurden am letzten Samstag im Juni gemessen. Am späten Nachmittag meldeten sich Hausbewohner aus Gimbsheim (Kreis Alzey-Worms) beim NABU: Vor ihrem Gebäude würden ganz viele Fledermäuse erschöpft auf dem Boden liegen.
Fledermäuse flüchten vor Hitze
Die Tiere lebten in einer Spalte am Haus, berichtet Kerstin Krämer von der NABU-Koordinationsstelle Fledermausschutz: "Da wird es dann unerträglich heiß für die Tiere. Die flüchten einfach, weil es in dem Quartier natürlich nicht mehr auszuhalten ist."
30 kleine, durstige Mückenfledermäuse
Vor Ort in Gimbsheim fanden die NABU-Helfer dann mehr als 30 stark dehydrierte Mückenfledermäuse - vor allem ältere Jungtiere, die noch nicht fliegen können. Sie vermuten, dass auch erwachsene Tiere das Quartier verlassen haben, die konnten aber wohl wegfliegen. Die Jungtiere wurden dann in verschiedene Pflegestationen gebracht.
Extreme Hitze macht Fledermäusen zu schaffen
In den vergangenen Wochen habe es ähnliche Fälle in ganz Rheinland-Pfalz gegeben, etwa in Bodenheim, berichtet Krämer. Die Pflegestationen für Fledermäuse würden inzwischen an ihre Grenzen stoßen. "In dem Ausmaß haben wir das wirklich das erste Mal. Es gibt keine Aufzeichnung aus den letzten Jahren, dass das so extrem gewesen wäre."
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Insektensterben: Fledermäuse unterernährt
Auch andere Tiere leiden seit Wochen unter den Temperaturen. Die Fledermäuse trifft die Hitze aber besonders hart: Laut NABU seien viele von ihnen bereits geschwächt. Vor allem das Insektensterben setze ihnen zu, sodass schon im Frühjahr viele unterernährte Fledermäuse in die Pflegestellen gebracht wurden.
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NABU rät zu schneller Hilfe
Doch auch auf den Pflegestationen würden nicht alle Tiere überleben. Auch weil Menschen oft zu lange zögerten, wenn sie eine erschöpfte Fledermaus finden - in der Hoffnung, dass sie von allein weiterfliegt. Der NABU rät: Sobald eine Fledermaus tagsüber auf dem Boden liegt oder in niedriger Höhe hängt, sollte sofort Hilfe gerufen werden.