Land erweitert Einsatz

Luftrettung in Mainz: Christoph 77 fliegt jetzt rund um die Uhr

Bislang hatte Christoph 77 nach 22 Uhr Startverbot in Mainz, seit Jahresbeginn darf der Rettungshubschrauber nun rund um die Uhr unterwegs sein. Der entsprechende Vertrag wurde jetzt unterschrieben.

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Stand

Von Autor/in Wolfgang Seligmann

Das Dach eines der Gebäude der Universitätsmedizin in der Mainzer Oberstadt ist Start- und Landeplatz des Rettungshubschraubers Christoph 77. Bis zum Jahreswechsel waren die Flugzeiten des Helikopters eingeschränkt: nur von morgens um 6 Uhr bis abends um 22 Uhr waren Flüge möglich. Jetzt dürfen auch Einsätze in der Nacht geflogen werden und das 365 Tage im Jahr.

Die Einsatzzeiten von Christoph 77 waren eingeschränkt

1997, als der erste Rettungshubschrauber in Mainz stationiert wurde, gab es noch eine 24-Stunden-Flugbereitschaft für den Heli. Ab 2007 dann nicht mehr. Das Land hatte damals festgestellt, dass die Luftrettung in der Nacht keine nennenswerten Vorteile im Vergleich zu den Rettungsdiensten am Boden brächte. Deshalb sollte Christoph 77 nur noch am Tage fliegen.

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Die nächste Änderung kam dann 2019: Jetzt erlaubte das für das Rettungswesen zuständige rheinland-pfälzische Innenministerium auch in den sogenannten Tagesrandzeiten auf dem Dach der Mainzer Universitätsmedizin zu starten und zu landen. Christoph 77 war bundesweit der erste Rettungshubschrauber, der Einsätze ab dem frühen Morgen bis in den späten Abend hinein fliegen durfte. Die ärztliche Versorgung der ländlichen Gebiete sei so deutlich verbessert worden.

24-Stunden-Betrieb für den Mainzer Rettungshubschrauber

Nun darf Christoph 77 also wieder in den 24-Stunden-Betrieb. Hintergrund ist, dass immer mehr Krankenhäuser schließen oder sich spezialisieren, hieß es aus dem Innenministerium.

Die Krankenhauslandschaft hat sich spürbar verändert: Spezialisierungen nehmen zu, Wege werden länger. Gerade bei zeitkritischen Krankheitsbildern kann die Luftrettung nachts entscheidende Zeitgewinne ermöglichen.

Deshalb würden die Wege für Rettungs- und Notarztwagen immer länger werden. "Gerade bei zeitkritischen Krankheitsbildern kann die Luftrettung entscheidende Zeitgewinne ermöglichen", so der rheinland-pfälzische Innenminister Michael Ebling (SPD) bei der Vertragsunterzeichnung mit dem ADAC und den Kostenträgern, sprich den Krankenkassen.

Technischer Fortschritt macht Nachtflüge möglich

Möglich werde der Nachtbetrieb durch weitere Fortschritte, wie Nachtsichttechnik und spezielle Ausbildungen für die Crews. Nachtsichtbrillen verstärkten dabei das natürliche Restlicht, außerdem sei das Cockpit entsprechend abgedunkelt. Starts und Landungen seien so sicher durchführbar und Hindernisse wie Windräder und Stromleitungen frühzeitig erkennbar.

Der rettungshubschrauber Christoph 77 steht auf seinem Start- und Landeplatz
Einsatzbereit - und zwar Tag und Nacht. Christoph 77 auf dem Dach der Mainzer Universitätsmedizin.

Christoph 77 kommt bei Unfällen oder medizinischen Notfällen zum Einsatz und bringt den Notarzt so schnell wie möglich zum Einsatzort. Der Rettungshubschrauber transportiert aber auch Patienten von einem Krankenhaus in ein anderes, wenn es medizinisch notwendig ist. Im Jahr 2024 flog Christoph 77 über 1.550 Einsätze.

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