Im Polizeipräsidium Mainz, zu dem die Direktionen Mainz, Worms und Bad Kreuznach gehören, gab es im Jahr 2025 laut Kriminalitätsstatistik in allen Bereichen fast 43.000 Straftaten weniger als noch im Vorjahr.
Polizeipräsident Reiner Hamm ist zufrieden mit den Zahlen: "Durch sichtbare Präsenz und intensive Ermittlungen ist es uns gelungen, Kriminalität nachhaltig zurückzudrängen."
Fast 20 Prozent mehr Anzeigen wegen sexueller Belästigung
Die Ermittler freut aber noch eine ganz andere Zahl. 2025 gab es im gesamten Gebiet des Polizeipräsidiums Mainz fast 20 Prozent mehr Anzeigen wegen sexueller Belästigung.
In der Polizeidirektion Worms waren es sogar fast 30 Prozent mehr. "Wir sind sehr froh darüber, denn die Frauen wehren sich endlich gegen die sexuellen Übergriffe", sagt der Sprecher der Mainzer Polizei Rinaldo Roberto.
Frauen wehren sich gegen Klaps auf Po
Inzwischen würden die Frauen auch den Klaps auf den Po anzeigen und das nicht mehr erdulden, so Roberto. Auch viele andere Fälle von scheinbar harmlosen Belästigungen ertragen Frauen nicht mehr.
"Wenn eine Frau zum Beispiel beim Joggen von einem Mann verfolgt wird und er anzügliche Bemerkungen über ihr Aussehen macht, ist das auch sexuelle Belästigung", erklärt Roberto.
Je eher die Frauen eine Anzeige machen, desto früher können wir eingreifen.
Der Polizei helfe es, wenn die Frauen eine Anzeige machten, so Rinaldo Roberto, denn je früher sie sich melden würden, desto eher könnte die Polizei eingreifen.
Denn aus der Bemerkung beim Joggen oder dem Klaps auf den Po könne schnell mehr werden. Oftmals würden Täter ausprobieren, wie weit sie gehen könnten.
Aufklärungsarbeit von Polizei und Organisationen wirken
Dass Frauen inzwischen Anzeige erstatten, führt die Polizei auf ihre intensive Aufklärungsarbeit zurück. "Wir ermutigen Frauen, jede sexuelle Belästigung anzuzeigen", sagt Polizeisprecher Roberto.
Polizei unterstützt '"Catcalls of Mainz"
Die Arbeit von Hilfsorganisatonen und auch der Gruppe "Catcalls of Mainz" findet die Polizei sehr gut. "Catcalls of Mainz" fordert betroffene Frauen per Instagram auf, sexuelle Belästigungen bei der Gruppe zu melden.
Die Mitglieder "kreiden" dann die Belästigungen an, indem sie an dem Ort, wo die Frauen die Sprüche ertragen mussten, die Belästigungen mit Kreide auf den Boden schreiben.
"Solche Aktionen helfen uns", sagt Polizeisprecher Roberto. Er hofft, dass die Frauen dann auch Mut bekommen, Anzeige zu erstatten. "Denn die Frauen sollen aus der Opferrolle heraus und sich wehren", so der Mainzer Polizeisprecher Rinaldo Roberto.