Mehr als eine halbe Million Menschen waren in diesem Jahr an Rosenmontag in Mainz unterwegs. Zauberer, Hühner, Astronautinnen - geschminkt, verkleidet und oft kaum erkennbar. Doch ein Mann hatte den Durchblick.
Polizist Matthias Bregenzer vom Landeskriminalamt ist Super-Recognizer. Er hat in der riesigen Menschenmenge zwei Personen entdeckt, die dort nicht sein durften. Das haben das Landeskriminalamt und die Polizei dem SWR bestätigt.
Super-Recognizer kann sich Gesichter sehr gut merken
Die Mainzer Polizei hatte dieses Jahr etwa 60 Menschen verboten, die Mainzer Innenstadt am Rosenmontag zu betreten. Darunter waren Mehrfach- und Intensivtäter, von denen die Polizei vermutete, dass sie den Rosenmontagszug stören könnten.
Ihre Gesichter hatte sich Super-Recognizer Matthias Bregenzer vor dem Einsatz am Rosenmontag eingeprägt. Am Tag selbst hielt er unter anderem am Hauptbahnhof und großen Plätzen gezielt nach ihnen Ausschau. Zwei von ihnen erkannte er in der Menge. Die beiden Männer wurden von der Polizei festgenommen.
Suche nach Nadel im Heuhaufen am Rosenmontag in Mainz
Matthias Bregenzer beschreibt seine Arbeit am Rosenmontag so: "Im Prinzip sucht man die Nadel im Heuhaufen". Zum einen sei die Zugstrecke einfach sehr lang. Zum anderen seien die Leute teilweise auch maskiert.
"Es ist Glück, wenn man zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist", sagt Matthias Bregenzer. Am Ende sei sowieso das Wichtigste, dass der Rosenmontagszug störungsfrei verlaufe.
Besondere Gesichter einfacher zu erkennen
"Wenn ich im Einsatz bin, schaue ich mir, so gut es geht, jedes Gesicht an. Dann warte ich darauf, dass mein System anspringt", erklärt Matthias Bregenzer seine Vorgehensweise. Je individueller ein Gesicht sei, desto weniger Zeit brauche er, um die Person zu erkennen und sie sich einzuprägen.
"Es gibt Gesichter, bei denen man nicht viele Auffälligkeiten hat, da ist es schwieriger". Er schaue dabei immer erst auf das gesamte Gesicht, danach achte er auf Details. In den vergangenen Jahren habe er an Rosenmontag immer um die ein bis zwei Treffer gehabt, erinnert sich Bregenzer.
Ein bis zwei Prozent weltweit sind Super-Recognizer
Schon als Kind hat Matthias Bregenzer gemerkt, dass er sich Fußballer extrem gut merken kann. Dass er Super-Recognizer ist, weiß er offiziell aber erst seit 2024.
Man geht davon aus, dass sich weltweit nur ein bis zwei Prozent der Menschen Gesichter so extrem gut merken und wiedererkennen können.