Damals war der heute 68-Jährige vom Mainzer Amtsgericht zu einer Geldstrafe von 3.150 Euro verurteilt worden. Außerdem entschied das Gericht, dass der Mainzer Tierarzt für drei Jahre keine Kaninchen mehr halten und nicht weiter in seinem Beruf arbeiten dürfe.
Kaninchen-Ställe kontrolliert: Zu eng, zu dreckig, kein Wasser
Dem Mann wurde damals vorgeworfen, mehr als 100 Kaninchen unter unzumutbaren Bedingungen gehalten zu haben. Die Tiere hätten in 20 Zentimeter hohem Kot gesessen und so wenig Platz gehabt, dass sie sich nicht hätten aufrichten können, berichteten Amtstierärzte.
Vorwurf: Tierquälerei
Bei Kontrollen hätten sie außerdem ausgetrocknete Wasserschalen gefunden. Die Tiere hätten ganz "gierig" getrunken, als die Schalen nachgefüllt wurden. Dies sei ein Zeichen für Dehydrierung, erklärte einer der Amtstierärzte vor Gericht.
Tierarzt wehrt sich: "Den Tieren mangelte es an nichts."
Vor Gericht bestritt der Tierarzt damals die Vorwürfe. Die Pflege seiner Kaninchen habe er seiner Freundin überlassen, weil er selbst seinen kranken Vater hätte betreuen müssen. Er betonte, die Tiere seien stets versorgt worden. Die mit Kot verdreckten Ställe erklärte er mit dem natürlichen Verhalten der Kaninchen: "Sie sortieren sich die Streu, wie sie es haben wollen, und spielen gerne auf erhöhtem Untergrund."
Berufliche Existenz auf dem Spiel
Mit dem Berufungsprozess kämpft der Mainzer Tierarzt zum einen gegen die Vorwürfe der Tierquälerei, zum anderen um seine berufliche Zukunft. Er hofft, seine berufliche Zulassung zurückzugewinnen.
Fiese Videos veröffentlicht Mainzer TikToker muss Katzen wegen Tierquälerei abgeben
In den Videos ist zu sehen, wie der Mann seine Katzen schert und sie auf dem Boden im Kreis dreht. Er wurde wegen Tierquälerei angezeigt.
Drei Gutachten sollen Klarheit bringen
Um die Frage zu klären, ob die Kaninchen tatsächlich gelitten haben, wurden im Prozess mehrere Gutachter hinzugezogen. Ein Experte erklärte vor Gericht, dass "gieriges Trinken" bei Kaninchen auch durch Futterneid ausgelöst werden könne. Ob die Tiere tatsächlich dehydriert waren, bleibt umstritten. Weitere Gutachten sollen in den kommenden Verhandlungsterminen gehört werden.