Vor drei Monaten hatte Nicolas Krahwinkel die Petition "Schulen für alle" gestartet. Das Ziel des Vaters: zwei neue Schulen. Die Petition wurde von mehr als 2.200 Menschen unterschrieben. Am Mittwoch hat Krahwinkel sie der Kreisverwaltung Mainz-Bingen übergeben.
Forderung nach IGS und Gymnasium
"Viele Familien im Kreis Mainz-Bingen sind verzweifelt", sagt Nicolas Krahwinkel. "Es ist absolut frustrierend, wenn Kinder, die auf eine bestimmte Schule gehen möchten, abgewiesen werden." 121 Kinder sind dieses Schuljahr bei der Integrierten Gesamtschule (IGS) in Ingelheim abgelehnt worden, weil die Schule zu wenig Kapazitäten hat. An der IGS Nieder-Olm waren es nach Informationen des Landes 86. Die meisten von ihnen gehen jetzt auf Gymnasien, die entsprechend voll sind.
Konkret fordert Krahwinkel deshalb eine neue Integrierte Gesamtschule und ein neues Gymnasium, um die Städte Ingelheim und Nieder-Olm zu entlasten - und zwar spätestens zum Schuljahr 2026/27.
Gymnasium Nieder-Olm hat zehn fünfte Klassen
Das Gymnasium in Nieder-Olm musste mit zehn fünften Klassen in das Schuljahr starten. Das Sebastian-Münster-Gymnasium in Ingelheim ist ähnlich überlaufen, dort gibt es acht fünfte Klassen.
Dass so viele Kinder auf die Gymnasien strömen, liegt nach Ansicht von Krahwinkel auch daran, dass es an den Gesamtschulen wegen ihres pädagogischen Konzepts weniger Plätze gebe und Bewerber abgelehnt würden. Das würde viele Familien verzweifeln lassen. Die Gymnasien, die keine Kinder ablehnen dürfen, liefen dagegen über.
Kritik von Elternbeirat Gymnasium Nieder-Olm startet Schuljahr mit zehn 5. Klassen
Mit dem neuen Schuljahr kommen so viele neue Schüler ans Gymnasium in Nieder-Olm, dass zehn 5. Klassen eingerichtet werden. Die Elternvertreter sagen: "Das ist zu viel."
Gesamtschulen mit "gesellschaftlicher Funktion"
Gerade Integrierte Gesamtschulen hätten eine wichtige gesellschaftliche Funktion, meint Nicolas Krahwinkel. Es gebe durchaus Eltern, die ihre Kinder trotz einer Empfehlung fürs Gymnasium ganz bewusst auf eine IGS schicken möchten, weil sie die Schulform überzeugend finden.
Landkreis Mainz-Bingen stellt neuen Schulentwicklungsplan vor
Der Sprecher des Landkreises, Bardo Faust, sagte, über eine weitere Schule im Kreis werde schon seit einiger Zeit diskutiert. "Dabei steht auch ein weiteres Gymnasium oder eine weitere IGS im Raum", sagt Faust. Voraussetzung für den Bau einer neuen Schule sei aber, dass der "schulische Bedarf" nachgewiesen werde.
Dies werde aktuell im Schulentwicklungsplan geprüft. Er soll Anfang September im Kreisausschuss vorgestellt werden. Der Plan prognostiziert auf Grundlage der Bevölkerungsentwicklung den Bedarf an Schulen für die nächsten fünf Jahre.
Entscheidung für neue Schulen trifft das Land
Sollte sich der "dauerhafte schulische Bedarf für eine weitere Schule bestätigen", so Faust weiter, müsste die Verwaltung zunächst einen Vorschlag zur Beschlussfassung in den Kreistag einbringen. Wenn der Kreistag zustimmt, könnte der Kreis einen Antrag für die Errichtung einer Schule beim Land stellen. Das Bildungsministerium trifft dann die Entscheidung.