Sachsen-Anhalt verzichtet

Rheinland-Pfalz leitet für weiteres Jahr die Ministerpräsidentenkonferenz

Rheinland-Pfalz übernimmt den Vorsitz der Regierungschefinnen und -chefs der Länder für ein weiteres Jahr. Turnusgemäß wäre eigentlich Sachsen-Anhalt zum 1. Oktober dran gewesen.

Teilen

Stand

Von Autor/in Jeanette Schindler, Annika Lange

Die Mitteilung kam am Donnerstagabend überraschend: Rheinland-Pfalz wird die Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) ein weiteres Jahr leiten. Das haben die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten einstimmig beschlossen, teilte die Staatskanzlei in Rheinland-Pfalz mit.

Sachsen-Anhalt will auf Vorsitz verzichten

Vorausgegangen war ein Brief des Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Sven Schulze, nach der Landtagswahl. Die AfD wurde dort stärkste Kraft, findet aber keinen Koalitionspartner zur Regierungsbildung. Wegen der unklaren Lage schlug Schulze vor, dass Sachsen-Anhalt auf den MPK-Vorsitz zum 1. Oktober verzichtet.

"Nach dem Schreiben von Sven Schulze haben wir uns eng und vertrauensvoll mit den Ländern zum weiteren Vorgehen abgestimmt", teilte Ministerpräsident und MPK-Vorsitzender Gordon Schnieder (CDU) in einer Pressemitteilung mit.

Rheinland-Pfalz ist im MPK-Vorsitz eingearbeitet

Rheinland-Pfalz verfüge durch den laufenden Vorsitz über die notwendigen Strukturen und sei deshalb bereit, den Vorsitz um ein weiteres Jahr fortzuführen. Schon seit dem 1. Oktober 2025 leitet Rheinland-Pfalz die Ministerpräsidentenkonferenz.

Damit wird Sachsen-Anhalt, wo eine AfD-geführte Landesregierung entstehen könnte, in der jährlich wechselnden Reihenfolge übergangen. Am 1. Oktober 2027 soll dann planmäßig Schleswig-Holstein den MPK-Vorsitz übernehmen.

Die MPK ist - anders als etwa der Bundesrat - kein formelles Gremium. Deshalb können die Länderchefs untereinander entscheiden, wer sie in der MPK vertreten soll.

Rheinland-Pfalz

Analyse nach der Landtagswahl AfD-Wahlsieg: Warum Rheinland-Pfalz nicht Sachsen-Anhalt ist

44 Prozent für die AfD: Ist das die Zukunft, die auch Rheinland-Pfalz droht? Ein Vergleich zeigt, warum sich das Wahlergebnis nicht einfach übertragen lässt - und weshalb es trotzdem eine Warnung ist.

Magdeburg/Mainz

Schnieder fordert klare Entscheidungen von der Politik Hoher Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt - Reaktionen aus Rheinland-Pfalz

Die AfD hat bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 44 Prozent aller Stimmen geholt. Die Wählerschaft der CDU hat sich halbiert. Das sagt die Politik in Rheinland-Pfalz zum Wahlausgang.

SWR Aktuell Rheinland-Pfalz SWR RLP

Mainz

Nach AfD-Erfolg bei Landtagswahl Schweitzer bringt Expertenregierung für Sachsen-Anhalt ins Spiel

Der rheinland-pfälzische SPD-Fraktionschef Alexander Schweitzer hält eine Expertenregierung in Sachsen-Anhalt für möglich. So könne ein AfD-Ministerpräsident verhindert werden.

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Jeanette Schindler
Annika Lange

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir Ihnen, woher wir unsere Infos haben!