Am vergangenen Wochenende haben in der Vordereifel und im Westerwald tagelang die Wälder gebrannt. Menschen mussten teilweise ihre Wohnungen und Häuser verlassen. Innenminister Achim Schwickert (CDU) sieht Rheinland-Pfalz im Kampf gegen Waldbrände gut gewappnet.
Das Zusammenspiel von allen Gewerken, beispielsweise von Feuerwehren, Bundeswehr und Landwirten, sei entscheidend, wenn sich Lagen schnell entwickeln, betont Schwickert.
Innenminister: RLP auf Waldbrände gut vorbereitet
"Wald- und Vegetationsbrände werden durch den Klimawandel zu einer wachsenden Herausforderung", so der Innenminister. Das Land habe sich bereits unter den SPD-geführten Regierungen seit Jahren auf diese Entwicklung vorbereitet. So gebe es regelmäßige Übungen und eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten. Außerdem werde in intensive Ausbildung, landesweite Konzepte und moderne Ausstattung investiert.
Rheinland-Pfalz habe unter anderem acht geländegängige Tanklöschfahrzeuge des Typs TLF 3000 gekauft. Dazu kämen zwei neue Polizeihubschrauber, die auch Löschwasser-Außenlastbehälter transportieren könnten.
So schätzt der Landesfeuerwehrverband die Lage ein
"Grundlegend ist zu begrüßen, dass das Land hier aktiv ist. Zukünftig wird man vermutlich mehr Fokus auf die luftgestützte Waldbrandbekämpfung legen", betont ein Sprecher des Landesfeuerwehrverbandes. Jedoch solle das Ende des Sommers noch abgewartet werden, um weitere Schlussfolgerungen zu ziehen.
So sieht es auch Innenminister Schwickert: Trockenheit, Hitze und Wetterextreme machten die Einsätze gegen die Brände immer anspruchsvoller. "Deshalb werden wir die Einsätze gemeinsam mit den Kommunen und Einsatzkräften auswerten. Wo zusätzlicher Bedarf besteht, soll nachgesteuert werden."
Feuerwehr fordert mehr Einsatzpläne vor Ort
Laut Landesfeuerwehrverband ist es noch wichtiger, dass jede Stadt und Gemeinde einen mit dem Landkreis abgestimmten Alarm- und Einsatzplan habe, schließlich werden 99 Prozent aller Waldbrände vor Ort ausgemacht.
99 Prozent aller Waldbrände werden vor Ort lokal ausgemacht, nicht in Mainz im Innenministerium.
Zusätzlich brauche es mehr Fortbildungen für Führungskräfte im Bereich Wald- und Vegetationsbrand und für die Arbeit mit Luftfahrzeugen.
Umweltministerium setzt auf Mischwälder
CDU-Umweltministerin Christine Schneider will den Ausbau von Mischwäldern vorantreiben. Um den Wald klimastabil auszubauen, brauche es einen stärkeren Mix von Baumarten. Rund 85 Prozent der Wälder im Bundesland seien bereits Mischwälder. Da Nadelhölzer als Brandbeschleuniger gelten, sei ein hoher Laubanteil besonders wichtig.
Nadelhölzer sind per se Brandbeschleuniger. Der Laubwaldanteil ist extrem wichtig.
Rheinland-Pfalz ist beim Ausbau der Mischwälder "schon wirklich gut unterwegs", so Schneider. Die Forstverwaltungen hätten schon viel erreicht.
Viele Menschen bei Waldbränden zu unvorsichtig
Schneider appelliert zudem an die Menschen, sich bei Wäldbränden extrem vorsichtig zu verhalten.
"Ich war in dreierlei Hinsicht fassungslos, dass es Menschen gibt, die in abgeschottetes, gesperrtes Gebiet reingehen, um wahrscheinlich am schnellsten das Video oder ein Handyfoto zu machen." Damit werde die Arbeit der Feuerwehren und des Katastrophenschutzes behindert. Zudem brächten sich die Menschen damit selbst in Gefahr.