Aufregung liegt in der Luft im Historischen Museum der Pfalz in Speyer. Fünfzehn Kinder und Jugendliche scharen sich am Eingang der "Superheroes"-Ausstellung um Bildschirme, an denen sie sich digitale Spielfiguren, sogenannte Comic-Avatare, aussuchen. Fünf verschiedene Charaktere stehen zur Wahl, alle haben unterschiedliche Superheldenkräfte. Unter Beweis stellen können sie diese an verschiedenen digitalen Spielstationen in der Ausstellung.
Historische Entwicklung von Comics im Museum
Die "Superhelden"-Ausstellung im Historischen Museum der Pfalz zeigt mehr als 300 Ausstellungsstücke. Sie ist knallbunt und zeichnet die historische Entwicklung des Genres nach. Die Ausstellung verdeutlicht, dass die Comics auch immer ein Spiegel ihrer Zeit und alles andere als unpolitisch sind.
Museumsdirektor Alexander Schubert sagt, das Museum wolle zeigen, dass auch Themen wie der Zweite Weltkrieg, Faschismus, die Angst vor Atomkrieg oder der Kampf gegen Apartheid im Superhelden-Kosmos ihren Platz hätten.
Viele Ideen von Kindern und Jugendlichen
Die beiden Zwölfjährigen Jarla und Mats sind Mitglieder des im Sommer gegründeten Kinderbeirats "Museumsentdecker". Die Superhelden-Ausstellung ist die erste, an der sie aktiv mitgearbeitet haben. So sind zum Beispiel ihre Ideen und Wünsche in die Gestaltung der Avatare eingeflossen.
Jarla findet das einfach nur cool: "Wir sind ja Kinder, also diejenigen, die sich die Ausstellung anschauen sollen. Und dann ist das schon auch toll, dass unsere Ideen genommen wurden. Obwohl die Erwachsenen vom Museum sich teilweise was anderes vorgestellt hatten." Mats ergänzt: "Ich finde es sowieso gut, wenn mehr auf die Meinung von uns Kindern gehört wird."
Zusammenarbeit von Kindern und Erwachsenen
Jarla und Mats sind zwei von insgesamt zwanzig Kinderbeiräten. Sie dürfen in Zukunft bei den Familienausstellungen mitreden - von der ersten Planung bis zur fertigen Umsetzung. Museumsdirektor Alexander Schubert ist sicher: Davon profitieren beide Seiten. Die professionellen Ausstellungsmacher würden durch die Zusammenarbeit erfahren, "welche Erwartungen, Vorstellungen, Kenntnisse und Wünsche" Kinder und Jugendliche mitbringen. Und die Kinder würden erleben, dass ihre Meinung zähle und ernst genommen werde.
Auch jetzt, bei ihrem ersten Proberundgang durch die Superhelden-Ausstellung. Die 9- bis 13-Jährigen nehmen alles ganz genau unter die Lupe und geben Feedback.
Am Ende ihres Rundganges steht für die Kinderbeiräte fest: Die Ausstellung lohnt sich: Es gibt viel zu spielen. Und zwar nicht nur an Bildschirmen.
Die Familienausstellung "Superheroes" ist im Historischen Museum der Pfalz in Speyer zu sehen. Sie endet am 18. Oktober 2026.