Es sollte ein großer Pressetermin mit politischer Prominenz werden: Am Montag wollten Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU), der aus der Eifel stammt, und Vertreter der Autobahn GmbH eigentlich den offiziellen Startschuss für die ersten Arbeiten am A1‑Lückenschluss in der Eifel geben - inklusive der Vorstellung eines konkreten Zeitplans.
Termin zu A1-Lückenschluss abgesagt
Der Termin war bereits vor zwei Wochen angekündigt worden. Am Donnerstag wurde er jedoch aufgrund der bevorstehenden rheinland-pfälzischen Landtagswahl wieder abgesagt.
Laut Autobahn GmbH habe es "sehr kurzfristige Anfragen von Seiten der rheinland-pfälzischen Landesregierung" gegeben. Der Termin habe daher "gedroht, in den rheinland-pfälzischen Landtagswahlkampf hineingezogen zu werden". Bundesverkehrsminister Schnieder und die Autobahn GmbH wollen deshalb erst nach der Landtagswahl nach Dreis-Brück kommen.
Arbeiten gehen wie geplant weiter
Auch ohne den Besuch des Ministers sollen die geplanten Arbeiten wie vorgesehen weitergehen, teilt die Autobahn GmbH mit. Nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums soll zunächst an der Anschlussstelle Kelberg eine Baustraße errichtet werden, damit künftig Baustellenfahrzeuge zur eigentlichen Baustelle gelangen können.
Danach müssten noch Tiere und Pflanzen umgesiedelt, Ausgleichsflächen ausgewiesen sowie Brücken gebaut werden, bevor es mit dem eigentlichen Autobahn-Ausbau losgehen kann. Wie lange diese Vorarbeiten dauern werden, darüber macht das Ministerium aktuell keine Angaben.
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Das ist eine große Erleichterung. Da fällt uns eine Last vom Herzen.
Dass es mit dem A1-Lückenschluss losgeht, freut vor allem die Anwohnerinnen und Anwohner in den umliegenden Orten. So auch die Menschen in Dreis-Brück in der Vulkaneifel. "Das ist eine große Erleichterung. Da fällt uns eine Last vom Herzen", sagt Anwohnerin Nicole Heinrichs. Die Menschen aus dem Eifel-Ort hätten viele Jahre auf diesen Moment gewartet und dafür gekämpft.
Auch die Ortsbürgermeisterin in Dreis-Brück, Edith Löhr-Hoffmann (parteilos), findet es gut, dass die Bagger jetzt rollen: "Die fertige Autobahn kann eine große Entlastung für Dreis-Brück und die anderen umliegenden Orte sein", sagt Löhr-Hoffmann. Anwohnerinnen und Anwohner hatten viele Jahre den Ausbau der A1 gefordert.
A1-Lücke sorgt für starken Verkehr in Eifel-Orten
Hintergrund ist, dass Orte wie Dreis-Brück unter starkem Durchgangsverkehr leiden, weil der fehlende Autobahnabschnitt der A1 den Verkehr durch die Eifelorte zwingt. Wer über die A1 in Richtung Köln oder Trier fahren möchte, muss derzeit an der provisorischen Endstelle abfahren - die Autobahn endet dort buchstäblich im Nichts. Viele Fahrzeuge müssen deshalb durch mehrere Eifelorte einen Umweg fahren, bevor sie irgendwann wieder auf die A1 auffahren können.
Für Anwohnerin Heinrichs ist die aktuelle Situation in Dreis-Brück ein echter Albtraum: "Hier fahren jeden Tag Tausende Autos und Lkw an unserer Haustür vorbei. Wenn die Laster vorbeidonnern, dann wackeln bei uns die Wände", erzählt Heinrichs. Die dreifache Mutter macht sich wegen des starken Verkehrs auch täglich Sorgen um ihre Kinder: "Sie müssen auf ihrem Schulweg zur Bushaltestelle an der Hauptstraße. Ich bin unruhig, denn es könnte immer etwas passieren", so Heinrichs weiter.
Ähnlich geht es auch anderen Anwohnerinnen und Anwohnern in Dreis-Brück, erzählt Ortsbürgermeisterin Löhr-Hoffmann: "Die Situation ist nicht mehr zu ertragen. Das ist aktuell eine große Belastung für unsere Bürgerinnen und Bürger." Daher sei sie froh, dass jetzt Bewegung in die Sache kommt.