Markus Eiden aus Hermeskeil versorgt mit seiner Biogasanlage zahlreiche Haushalte mit nachhaltigem Strom und Wärme.
Bislang läuft sie rund um die Uhr. Gefördert wird die Anlage durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Doch diese Förderung läuft in den kommenden Jahren aus. Damit Eiden seine Anlage nicht stilllegen muss, hat er einen neuen Plan.
Künftig soll seine Biogasanlage vor allem dann viel Strom produzieren, wenn Wind- und Solaranlagen zu wenig Energie liefern. Das soll sich für Eiden lohnen, weil er den Strom dann zu besseren Konditionen verkaufen kann. Doch die Pläne sind auch teuer.
Landwirt will Millionen in Biogas investieren
Für die Umstellung plant Eiden unter anderem einen größeren Gasspeicher. Dann kann er mit seinem Biogas Strom produzieren, wenn er wirklich gebraucht wird. Also wenn Solar- und Windkraft gerade Flaute haben.
Die Investitionskosten liegen nach seiner Kalkulation bei mehr als fünf Millionen Euro. Doch es ist unklar, ob er die notwendigen Fördermittel vom Bund erhält, um seine Anlage umzurüsten. "Wir planen jetzt schon so ein bisschen ins Blaue rein", sagt Eiden.
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Langes Warten auf Genehmigungen für Fördermittel
Da er noch nicht alle Genehmigungen für das geplante Speicherkraftwerk hat, wird er wohl an den diesjährigen Ausschreibungen für Fördermittel der Bundesnetzagentur nicht teilnehmen können.
Und im kommenden Jahr könnten nach derzeitigem Stand deutlich weniger Anlagen gefördert werden, und Eidens Chancen auf Fördergeld erheblich sinken. "Daran ärgert mich, dass es sehr lange dauert, bis wir die notwendigen Genehmigungen bekommen, gleichzeitig gibt es aber sehr kurze Zeiträume, in denen die Förderungen gelten", sagt Eiden.
Biogasanlagen vor dem Aus
Die Situation ist kein Einzelfall, weil viele Anlagen in nächster Zeit aus der EEG-Förderung fallen. Branchenvertreter in Rheinland-Pfalz warnen, dass jeder dritte Betreiber in Rheinland-Pfalz unter anderem wegen hoher Investitionskosten und unsicherer Förderungen überlege, seine Biogasanlage danach stillzulegen.
Wir machen heute 80 Prozent unseres Umsatzes im Ausland.
Christoph Spurk, Sprecher des Fachverbandes Biogas und Geschäftsführer des Biogasanlagenbauers Oekobit aus Föhren (Landkreis Trier-Saarburg) kritisiert, dass in Deutschland eine langfristige Biogasstrategie fehle.
"Wir machen heute 80 Prozent unseres Umsatzes im Ausland. Wir haben aktuell Baustellen in Frankreich, Italien, den Niederlanden – aber wir haben kaum noch Baustellen hier in Deutschland", sagt Spurk.
Hoffen auf bessere Förderung für Biogas
Die Landwirte seien verunsichert. Mögliche Millioneninvestitionen liegen auf Eis. Das Bundesministerium für Wirtschaft verweist auf SWR-Anfrage darauf, dass die Förderbedingungen für Biogasanlagen deutlich verbessert wurden. Es gehe um Anlagen, die Strom flexibel produzieren können, also dann, wenn er wirklich gebraucht wird.
Wie es im kommenden Jahr weitergeht, sei aber noch unklar. Die Förderung von Biogasanlagen sei auch Thema bei der Überarbeitung des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes. "Bitte haben Sie Verständnis, dass die Abstimmungen hierzu noch laufen und wir uns zu den Einzelheiten der Novelle derzeit nicht äußern können", heißt es vom Ministerium.
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Der Hermeskeiler Landwirt Markus Eiden kann also erst einmal nur auf bessere Konditionen hoffen. Denn ansonsten könnte er bei der Förderung leer ausgehen und hätte viel Zeit und Geld in Pläne investiert, die er nie umsetzen kann.