Jugendliche bauen eigenes "Dorf"

Ein Ferienlager in den Bäumen

Ferienveranstaltungen auf einem Zeltplatz oder in der Jugendherberge kennen alle. So eine, wie sie die Erlebniswerkstatt Saar e.V. anbietet, aber bestimmt nicht. Die will mit ihrem Ferienangebot hoch hinaus - wortwörtlich.

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Stand

Von Autor/in Maximilian Christ

Die Freizeit findet nämlich auf Bäumen statt. Seit drei Jahren gibt es das Projekt schon bei Kell am See. Hier wurden mehrere Baumhaus-Plattformen an verschiedenen Bäumen auf verschiedenen Höhen gebaut. Die sind durch Treppen, Brücken und Stege miteinander verbunden – quasi ein "Dorf in den Bäumen", wie es die Veranstalter auch nennen.

Insgesamt wird sich vor allem auf eins konzentriert: Machen. In der zehntägigen Freizeit können die Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren eigene Projekte entwickeln und umsetzen. Es werden neue Plattformen gebaut, Möbel für die Baumhäuser geschreinert und vieles mehr. Dieses Jahr haben die Jugendlichen sogar ein "Fitnessstudio" gebaut.

Einer der Jugendlichen trainiert im Fitnessstudio, das die Gruppe zusammen gebaut hat.
Im selbstgebauten Fitnessstudio darf natürlich das Bankdrücken nicht fehlen.

Und auch die Nacht verbringt die Gruppe in den Baumhäusern. Dafür haben sie feste Schlafplätze gebaut. Die haben zwar Dächer, es ist aber trotzdem besser, wenn es nachts nicht regnet. Denn: Ganz dicht sind die Dächer leider nicht. Deshalb ist am Anfang vom Regen immer etwas Chaos, sagt Marc, einer der Jugendlichen. Man frage sich jedes Mal: "Regnet es jetzt durch oder nicht?"

Weniger Handy, mehr Teamspirit

Linus ist schon von Anfang an immer wieder bei dem Projekt mit dabei. Ihm gefällt besonders, in der Natur zu sein und dass "man halt auch bauen kann, so wie man's will". Pro Tag dürfen die Jugendlichen eine halbe Stunde ans Handy. Das reicht auch, findet Linus. Netz gebe es sowieso kaum, außerdem mache man so mehr in der Gruppe. Wenn mal nicht gebaut wird, werden nämlich Spiele gespielt, gewandert oder zusammen gekocht und gegrillt.

Wirklich alle packen mit an

Und wo es schon um Teamspirit geht: dazu gehört natürlich auch, dass niemand ausgeschlossen wird. Deshalb wird beim Bau auch auf die Barrierefreiheit geachtet. Im Winter vor eineinhalb Jahren war Luisa mit dabei. Sie sitzt im Rollstuhl und fand besonders toll: "Dass ich hier alles machen kann, was die anderen auch machen können". Und so sah es damals im Winter aus:

Junge Frau, mit gelber Mütze im Wald.
„Normalerweise ist es schon ein wenig schwierig im Alltag und deswegen ist es hier eine tolle Möglichkeit, dass ich hier alles machen kann, was die anderen auch machen können.“ (Luisa, Schülerin, die am Baumhaus mitbaut) Bild in Detailansicht öffnen
Im Vordergrund eine Gruppe junger Menschen, dick eingepackt, an einem Lagerfeuer. Im Hintergrund ein Wald mit einem mehrstöckigen Baumhaus.
Kinder und Jugendliche mit und ohne Handicap bauen in Kell am See zusammen an einem Baumhaus. Bild in Detailansicht öffnen
Ein Mann mit brauner Jacke, weißem Kletterhelm und Mütze, steht vor ein paar Kindern, die etwas am Baumhaus arbeiten.
„Das ist Teamwork, das können die Leute hier erleben. Obwohl sie auch Einschränkungen haben. Wenn man sich hier anschaut, wie hoch das Baumhaus geworden ist, wie viele Plattformen hier sind, sieht man, was sie alles schaffen können.“ (Andreas, Leiter der Erlebniswerkstatt Saar) Bild in Detailansicht öffnen
Ein Junge in gelber Jacke und orangenen Helm sägt einen Balken in zwei Teile.
Die Kinder lernen neben dem Sägen, Hämmern und Bauen eines Baumhauses auch viel über sich selbst beim Klettern oder Schaukeln in hoher Höhe. Bild in Detailansicht öffnen
Junge Frau mit Rollstuhl ist mit Seilen an der Baumschaukel befestigt.
Luisa nach dem Schaukeln. Bild in Detailansicht öffnen
Ein älterer Mann steht mit weißen langen Haaren und dunkler Jacke auf einem Plateau des Baumhauses.
„Für viele Schüler ist es die einzige Möglichkeit, auch mal rauszukommen und den Wald zu erleben. Sich handwerklich zu erleben, das können wir in der Schule auch nicht immer schaffen.“ (Oliver, Lehrer einer Förderschule) Bild in Detailansicht öffnen

Organisiert wird die Freizeit von der Erlebniswerkstatt Saar e.V.. Sie findet mehrmals im Jahr statt. Einmal im Frühling, zweimal im Sommer und einmal im Herbst.

Das Baumhaus-Dorf liegt bei Kell am See. Mehrmals im Jahr findet die Freizeit hier statt. Einmal im Frühling, zweimal im Sommer, einmal im Herbst. Es werden Baumhäuser gebaut, Möbel geschreinert, geschwommen, gegrillt und geklettert. Kommen dürfen maximal 21 Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren. Zehn Tage lang ist die Freizeit. Vor Ort wird sich selbst verpflegt. Kostenpunkt: 559€, für Jugendliche aus dem Kreis Trier-Saarburg kostet das Ganze 391,30€.
Alle Infos auf einen Blick.
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Erstmals publiziert am
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Autor/in
Maximilian Christ
Redakteur/in
Luca Both