Niedergestochen, mitten am Tag: Der 22-jährige Student Marius Dick wurde am vergangenen Mittwochvormittag auf dem Trierer Petrisberg getötet. Auf einem Fußweg an der Robert-Schuman-Allee - in einem Viertel, das sonst als ruhig und familienfreundlich gilt.
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Eine Woche später wirkt alles wieder normal. Busse fahren, Menschen gehen einkaufen, Studierende sind unterwegs. Aber wer genauer hinschaut, merkt schnell: Die Gewalttat hat Spuren hinterlassen. Am Tatort liegen Blumen und brennen Kerzen. Und viele Menschen im Viertel wirken nachdenklich, viele ringen noch immer um Worte.
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Luisa wohnt nur ein paar Häuser vom Tatort entfernt. Mit dem Kinderwagen geht sie zum ersten Mal seit der Tat an der Gedenkstelle vorbei.
Es fühlt sich immer noch komisch und irgendwie unwirklich an.
Der Anblick trifft sie. "Es fühlt sich immer noch komisch und irgendwie unwirklich an", sagt die junge Mutter. Dass so etwas in ihrer Stadt und direkt vor der Haustür passiert, hätte sie nie für möglich gehalten. Viele in der Nachbarschaft würden versuchen, die Tat zu verdrängen.
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Angst hat Luisa trotzdem nicht. "Man kann sich ja nicht zu Hause einsperren, nur weil man denkt, es könnte wieder passieren." Bedrückend sei für sie vor allem, dass der Student offenbar ohne erkennbaren Grund sterben musste.
Tatort Petrisberg: Unsicherheit bleibt
Die Tat beschäftigt nicht nur Anwohner. Auch Menschen, die täglich am Petrisberg arbeiten, können kaum fassen, was passiert ist.
Die Gewalt ist plötzlich ganz nah gekommen.
"In meinem Kopf sind viele Fragezeichen und ich weiß keine Antwort", sagt Hausmeister Markus, der direkt in der Nähe des Tatorts arbeitet. Er kennt Menschen, die den Angriff miterlebt haben. Besonders belastend ist für ihn der Gedanke, dass es jeden hätte treffen können. "Die Gewalt ist plötzlich ganz nah gekommen."
Busfahrer kämpft mit den Tränen
Ähnlich geht es einem Busfahrer, der anonym bleiben möchte. Mehrmals am Tag fährt er an der Gedenkstelle vorbei. Als er darüber spricht, kommen ihm die Tränen. "Ich kann immer noch nicht glauben, was passiert ist."
Dass es auf viele Fragen bisher keine Antworten gibt, macht ihm zusätzlich zu schaffen. Er hofft, dass die Politik Konsequenzen zieht. Gleichzeitig warnt er davor, die Herkunft des Tatverdächtigen vorschnell für die Tat verantwortlich zu machen.
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Zwischen Trauer und Sprachlosigkeit
Arztpraxen, Einkaufszentren, Restaurants: Der Petrisberg in Trier ist jeden Tag Anlaufstelle für viele Menschen aus der Umgebung.
Es ist sehr emotional und ergreifend.
Simone aus Korlingen (Landkreis Trier-Saarburg) fährt oft zum Einkaufen auf den Petrisberg. Jetzt fehlen ihr die Worte. "Es ist sehr emotional und ergreifend, dass einfach so einem Menschen das Leben genommen wurde." Während sie spricht, bekommt sie Gänsehaut. Sie spürt, dass die Stimmung im Viertel seit der Tat deutlich bedrückter ist.
Schrecklich und beklemmend.
Marita aus dem Stadtbezirk Trimmelterhof empfindet es ähnlich. Jedes Mal, wenn sie an der Gedenkstelle vorbeifährt, findet sie es "schrecklich und beklemmend". Gleichzeitig erlebt sie, dass viele ihre Trauer bewusst zeigen. Die Diskussion über die Herkunft des Tatverdächtigen sieht sie kritisch. Probleme gebe es überall, sagt sie - gerade in Zeiten wie diesen.
Hoffnung auf mehr Zusammenhalt auf dem Petrisberg
Der Schock sitzt tief. Trotzdem hoffen viele, dass aus der Tragödie auch etwas erwächst. Hausmeister Markus beobachtet schon jetzt, dass die Menschen im Viertel mehr miteinander reden. Er wünscht sich, dass sie künftig mehr aufeinander achten und enger zusammenrücken.