Es ist gruselig: In den Wäldern rund um Irsch im Kreis Trier-Saarburg werden nach Angaben der örtlichen Jäger und der Polizei bereits seit mehreren Jahren immer wieder Rehbockköpfe im Wald gefunden. Vor wenigen Tagen im Jagdrevier von Michael Koller.
"Das nimmt Ausmaße an, die merkwürdig sind", sorgt sich der Jäger." Vor rund zehn Tagen hat Koller den Kopf eines etwa einjährigen Rehbocks entdeckt, drapiert auf einem seiner Hochsitze. Im Maul steckte noch der sogenannte "letzte Bissen". Das ist ein kleiner Zweig mit Blättern, ein alter Jägerbrauch, mit dem das erlegte Tier geehrt wird.
Das macht kein Jäger und kein Metzger.
Die Art, wie der Kopf abgetrennt wurde, wirkt dagegen alles andere als fachmännisch, erklärt Koller. Er vermutet, dass er angesägt und anschließend herausgebrochen wurde: "Das macht kein Jäger und kein Metzger".
Vom Körper des Rehbocks fehlt aktuell noch jede Spur und auch der Zustand des Tieres lässt Fragen offen. Denn: Der Kopf sei bereits deutlich verwest gewesen. Der Revierverantwortliche denkt deshalb, dass der Rehbock möglicherweise an anderer Stelle erlegt und später am Hochsitz abgelegt wurde. Sicher sagen lasse sich das aber nicht.
Wilderei kein Einzelfall
Es ist nicht der erste Fund dieser Art. In einem benachbarten Jagdrevier wurden nach Angaben der dortigen Jäger seit Sommer 2025 bereits vier abgetrennte Rehbockköpfe entdeckt, jeweils auf Hochsitzen. Teilweise stießen Spaziergänger auf die Überreste. Die Jäger stehen vor Rätsel: Wer die Tiere erlegt und die Köpfe dort zurücklässt, ist bislang völlig unklar.
Motiv völlig unklar
Auch über das Motiv lässt sich bislang nur spekulieren. Wollen die Täter die Jäger bewusst provozieren? Steckt ein Jagdgegner dahinter? Oder geht es schlicht um das Fleisch der Tiere?
Auffällig ist: Bislang wurden ausschließlich Rehböcke gefunden. Zudem gehen die Jäger davon aus, dass derjenige, der die Köpfe auf den Hochsitzen ablegt, zumindest Grundkenntnisse von der Jagd hat. Ob die Fälle tatsächlich zusammenhängen, ist allerdings offen.
Polizei ermittelt wegen Jagdwilderei
Die Polizei hat die Fälle aufgenommen. In den älteren Fällen wurden die Ermittlungen mangels hinreichender Beweise bereits eingestellt. Nur im jüngsten Fall werden die Umstände noch untersucht.
Hinweise auf einen Tatverdächtigen oder ein Motiv gibt es bislang nicht. Die Ermittler sind deshalb auf Zeugen und zeitnahe Hinweise angewiesen. Wer etwas Verdächtiges beobachtet oder erneut einen Rehbockkopf findet, sollte sich direkt bei der Polizei melden und nicht selbst nach dem möglichen Täter suchen.
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Für die Jäger geht es inzwischen nicht mehr nur um die Frage, wer hinter den Funden steckt. Sie fühlen sich in ihrem eigenen Revier zunehmend unwohl. Koller berichtet von einem mulmigen Gefühl, wenn er abends allein zum Auto geht. Auch die Jäger der Nachbarreviere wünschen sich, dass "der Albtraum" bald ein Ende hat.