Platz für 200 Soldaten

Bundeswehr in Gerolstein setzt auf Container

Die Eifelkaserne in Gerolstein erwartet ab November bis zu 200 Rekruten pro Durchgang. Sie brauchen Platz. Daher wurden Container gebaut, um die Nachwuchs-Soldaten unterzubringen.

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Von Autor/in Daniel Novickij

Auf dem Appellplatz der Eifelkaserne in Gerolstein stehen neuerdings zwei große Gebäude. Sie bestehen aus insgesamt 270 Containern, die je zu drei Stockwerken gestapelt sind. In den Containern befinden sich Büros, Lagerräume sowie insgesamt hundert Stuben. Dort sollen ab November bis zu 200 neue Rekrutinnen und Rekruten pro Ausbildungsdurchgang untergebracht werden.

Die Container in Gerolstein sind noch nicht fertig eingerichtet. In die Stuben müssen noch Möbel rein.
Die Container in Gerolstein sind noch nicht fertig eingerichtet. In die Stuben müssen noch Möbel rein. Im November ziehen hier die ersten Rekruten ein.

Bundeswehr bildet in Gerolstein mehr Soldaten aus

Derzeit sind es deutlich weniger Nachwuchs-Soldaten, die eine Grundausbildung in Gerolstein machen. Die Bundeswehr erwartet ab November einen echten Rekruten-Boom. Der Grund: das neue Wehrdienst-Gesetz des Bundes. Die Regierung will das Heer der Bundeswehr deutlich vergrößert. Bis 2035 soll die Zahl der aktiven Soldaten und Reservisten auf fast 460.000 wachsen. Das sind fast doppelt so viele wie jetzt.

Unsere Infrastruktur war darauf nicht ausgelegt.

Dafür sollen auch mehr Soldatinnen und Soldaten ausbildet werden. Damit das klappt, braucht es mehr Platz - auch in der Eifelkaserne in Gerolstein. "Wir haben die Anzahl der Trainingsplätze verdoppelt, von 98 auf 200. Unsere Infrastruktur war darauf nicht ausgelegt", sagt der stellvertretenden Bataillonskommandeur Oberstleutnant Benedikt Pollok.

Für Oberstleutnant Benedikt Pollok und sein Team ist das neue Wehrdienst-Gesetz eine logistische Herausforderung.
Für Oberstleutnant Benedikt Pollok und sein Team ist das neue Wehrdienst-Gesetz eine logistische Herausforderung. Es kommen so viele Rekruten wie seit Jahren nicht mehr.

Da es Jahre dauern würde, neue Gebäude aus Beton zu bauen, soll der Bundeswehr-Nachwuchs in Gerolstein übergangsweise für zwei Jahre in Containern untergebracht werden. Zeitgleich werden neue Unterkünfte gebaut, also Gebäude aus Beton.

Container kosten zehn Millionen Euro

Dabei gab es früher ausreichend Platz. Allerdings hat sich vieles in der Eifelkaserne verändert, nachdem 2011 die Wehrpflicht durch den Bund ausgesetzt wurde. "Es sind Kompanien umgezogen und Gebäude wurden abgerissen. Dementsprechend brauchen wir für jetzt adäquate Gebäude", so Pollok weiter. Die Anforderungen an die Bundeswehr seien jetzt andere.

Je zwei Rekruten wohnen bald in einer Stube in der Eifelkaserne in Gerolstein.
Je zwei Rekruten wohnen bald in einer Stube in der Eifelkaserne in Gerolstein. Normalerweise leben in einer Stube auch mehr Rekruten zusammen.

Die Bundeswehr hat eigenen Angaben nach für die Container in Gerolstein insgesamt zehn Millionen Euro bezahlt. Sie gehören der Bundeswehr derzeit nicht, sondern sind nur angemietet. Das Militär hat aber vertraglich die Möglichkeit, sie zu kaufen.

Weitere Container in Koblenz geplant

In Rheinland-Pfalz sind die Container in Gerolstein die ersten in einer Bundeswehr-Kaserne. Allerdings sollen in der Rhein-Kaserne in Koblenz bis Ende des Jahres auch Container hinkommen. Auch dort sollen sie nur übergangsweise stehen, bis die eigentlichen Unterkünfte fertig sind.

Die Container werden im Rahmen eines bundesweiten Programms der Bundeswehr errichtet. Ziel des Programm ist es, Infrastruktur für den Bundeswehr-Nachwuchs zu schaffen.

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Daniel Novickij
Daniel Novickij arbeitet als Korrespondent im Regionalbüro in Gerolstein in der Vulkaneifel.

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