Für Werner Wöllstein (FDP) ist es ein Tag zu Feiern. Dass die Firma Goldbeck in seiner Stadt Kirchberg ihr neues Werk eröffnet hat, bezeichnet der Stadtbürgermeister als "den Glücksgriff schlechthin." Denn die Firma will in der Kleinstadt im Hunsrück nicht nur 80 Millionen Euro investieren, sondern auch 250 Arbeitsplätze schaffen.
Und die kommen in Zeiten der Wirtschaftsflaute gerade recht, meint Wöllstein. Denn derzeit hätten viele andere Firmen in der Region Probleme: "Viele Arbeitskräfte konnten bereits hier im Werk aufgefangen werden, die vielleicht sonst keinen Job mehr hätten oder in die Kurzarbeit geschickt worden wären."
Werksleiter: "Wir werden jeden Monat zehn Leute einstellen"
Aktuell arbeiten schon 72 Menschen in dem neuen Betonfertigwerk. Seit Ende September bauen sie Teile für ein Bürogebäude in Hessen und eine Logistikhalle in Nordrhein-Westfalen. Grundsätzlich könnten in dem Werk aber Wände, Decken und Stützen für praktisch alle Arten von Immobilien hergestellt werden.
In den nächsten Jahren will die Firma ihre Produktion noch ausweiten, sagt Werksleiter Marco Molitor: "Pro Monat werden wir im Schnitt zehn Leute einstellen." Das Ziel: Sehr schnell, sehr viel bauen. Und das möglichst nachhaltig: mit CO²-reduziertem Beton, sogenanntem Blue Concrete.
Günstige Anbindung an die Ballungsräume
Das Familienunternehmen aus Bielefeld betreibt europaweit bereits 15 solcher Werke. Für Kirchberg habe man sich aber nicht nur entschieden, weil die Stadt strategisch zwischen den Standorten in Hamm in Nordrhein-Westfalen und Vöhringen in Bayern liegt, sagt Molitor.
"Von hier aus können wir Kunden im Rhein-Main-Gebiet, im Ruhrgebiet aber auch rund um Trier und Koblenz beliefern." Regionen, in denen viel gebaut werde.
Neubaugebiet schon ausverkauft
In Kirchberg geht ein Stückweit auch die Verkehrsplanung der vergangenen Jahre auf. Für die Kleinstadt und viele Nachbargemeinden scheint sich der Ausbau der Bundesstraße 50 und der Bau der Hochmoselbrücke auszuzahlen.
In Simmern und Wittlich zum Beispiel haben sich in den vergangenen Jahren einige Unternehmen angesiedelt, die die schnelleren Verbindungen vom Rhein-Main-Gebiet in die Niederlande nutzen. Die Gemeinden profitieren davon nicht nur über die Gewerbesteuer.
"Die Leute, die hier arbeiten, ziehen ja auch hier hin", sagt Stadtbürgermeister Werner Wöllstein. Die 40 Bauplätze in einem Neubaugebiet in der Stadt seien bereits fast ausverkauft. Man plane schon das nächste für junge Familien. Auch das: eine Folge der Neuansiedlung.