Eröffnung im Hunsrück

Neues Betonwerk soll 250 Arbeitsplätze in Kirchberg schaffen

Ein internationales Bauunternehmen hat sich in Kirchberg angesiedelt und will 80 Millionen Euro investieren. Das hat auch mit der Bundesstraße 50 und der Hochmoselbrücke zu tun.

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Von Autor/in Christian Altmayer

Für Werner Wöllstein (FDP) ist es ein Tag zu Feiern. Dass die Firma Goldbeck in seiner Stadt Kirchberg ihr neues Werk eröffnet hat, bezeichnet der Stadtbürgermeister als "den Glücksgriff schlechthin." Denn die Firma will in der Kleinstadt im Hunsrück nicht nur 80 Millionen Euro investieren, sondern auch 250 Arbeitsplätze schaffen.

Und die kommen in Zeiten der Wirtschaftsflaute gerade recht, meint Wöllstein. Denn derzeit hätten viele andere Firmen in der Region Probleme: "Viele Arbeitskräfte konnten bereits hier im Werk aufgefangen werden, die vielleicht sonst keinen Job mehr hätten oder in die Kurzarbeit geschickt worden wären."

Werner Wöllstein freut sich über die Eröffnung des neuen Betonwerks in seiner Stadt Kirchberg.
Werner Wöllstein freut sich über die Eröffnung des neuen Betonwerks in seiner Stadt Kirchberg. Christian Altmayer

Werksleiter: "Wir werden jeden Monat zehn Leute einstellen"

Aktuell arbeiten schon 72 Menschen in dem neuen Betonfertigwerk. Seit Ende September bauen sie Teile für ein Bürogebäude in Hessen und eine Logistikhalle in Nordrhein-Westfalen. Grundsätzlich könnten in dem Werk aber Wände, Decken und Stützen für praktisch alle Arten von Immobilien hergestellt werden.

In den nächsten Jahren will die Firma ihre Produktion noch ausweiten, sagt Werksleiter Marco Molitor: "Pro Monat werden wir im Schnitt zehn Leute einstellen." Das Ziel: Sehr schnell, sehr viel bauen. Und das möglichst nachhaltig: mit CO²-reduziertem Beton, sogenanntem Blue Concrete.

Marco Molitor stammt aus Oberstadtfeld in der Eifel. Jetzt leitet er das Werk in Kirchberg im Hunsrück.
Marco Molitor stammt aus Oberstadtfeld in der Eifel. Jetzt leitet er das Werk in Kirchberg im Hunsrück. Christian Altmayer

Günstige Anbindung an die Ballungsräume

Das Familienunternehmen aus Bielefeld betreibt europaweit bereits 15 solcher Werke. Für Kirchberg habe man sich aber nicht nur entschieden, weil die Stadt strategisch zwischen den Standorten in Hamm in Nordrhein-Westfalen und Vöhringen in Bayern liegt, sagt Molitor.

In Kirchberg im Hunsrück hat ein neues Betonwerk eröffnet. 250 Arbeitsplätze sollen dort langfristig entstehen.
Normalerweise wird in dieser Halle schon gearbeitet. Während der Eröffnung standen die Maschinen aber still. Christian Altmayer

"Von hier aus können wir Kunden im Rhein-Main-Gebiet, im Ruhrgebiet aber auch rund um Trier und Koblenz beliefern." Regionen, in denen viel gebaut werde.

Neubaugebiet schon ausverkauft

In Kirchberg geht ein Stückweit auch die Verkehrsplanung der vergangenen Jahre auf. Für die Kleinstadt und viele Nachbargemeinden scheint sich der Ausbau der Bundesstraße 50 und der Bau der Hochmoselbrücke auszuzahlen.

Die Hochmoselbrücke bei Zeltingen-Rachtig verbindet das Rhein-Main-Gebiet mit den Niederlanden.
Die Hochmoselbrücke bei Zeltingen-Rachtig verbindet das Rhein-Main-Gebiet mit den Niederlanden. picture alliance/dpa | Harald Tittel

In Simmern und Wittlich zum Beispiel haben sich in den vergangenen Jahren einige Unternehmen angesiedelt, die die schnelleren Verbindungen vom Rhein-Main-Gebiet in die Niederlande nutzen. Die Gemeinden profitieren davon nicht nur über die Gewerbesteuer.

"Die Leute, die hier arbeiten, ziehen ja auch hier hin", sagt Stadtbürgermeister Werner Wöllstein. Die 40 Bauplätze in einem Neubaugebiet in der Stadt seien bereits fast ausverkauft. Man plane schon das nächste für junge Familien. Auch das: eine Folge der Neuansiedlung.

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Christian Altmayer
Foto von Christian Altmayer, Redakteur bei SWR Aktuell im Studio Trier

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