Tourismus am höchsten Berg in Rheinland-Pfalz

Mehr als Skifahren: Erbeskopf will mit neuem Konzept punkten

In den letzten Jahren ist wenig passiert am Erbeskopf. Wegen des Klimawandels ist Skifahren nur noch selten möglich. Jetzt soll der Berg wieder attraktiver werden.

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Von Autor/in Maximilian Storr

Jahrzehntelang war der Erbeskopf die Top-Adresse für Wintersportler in Rheinland-Pfalz. Doch die Realität der vergangenen Jahre ist ernüchternd. In der aktuellen Saison war der Skilift lediglich an zwei Tagen geöffnet. Es gibt immer weniger kalte Tage mit Frost am höchsten Berg des Landes.

Investitionsstau am Erbeskopf

Nicht nur die milden Winter bereiten Sorgen. Auch die Infrastruktur am Berg ist in die Jahre gekommen. Martin Halm, der seit neun Jahren einen Trailpark für Mountainbiker am Erbeskopf betreibt, kennt die Probleme.

Martin Halm betreibt einen Trailpark am Erbeskopf. Er ist froh, dass es jetzt eine Vision gibt, um den höchsten Berg des Landes touristisch weiterzuentwickeln.
Martin Halm hat sein Geschäft schon lange am Erbeskopf. Mehr Touristen am Berg würden nicht nur seinem Trailpark helfen. Hosser

Trotz guten Wetters in den vergangenen Wochen könnten mehr Gäste da sein, sagt er. "Es ist einfach ein riesiger Kredit aus der Vergangenheit, der auf diesem Berg noch lastet wie bleierner Nebel", sagt Halm. "Wenn wir nicht optimistisch wären, wären wir längst nicht mehr hier."

Erbeskopf soll Touristen das ganze Jahr locken

Die neue Bürgermeisterin und Vorsitzende des Zweckverbandes, Tamara Breitbach (SPD), will den Erbeskopf touristisch wieder attraktiver machen. Sie hat dafür gemeinsam mit Eigentümern, Pächtern und benachbarten Kommunen ein erstes Konzept ausgearbeitet.

Eine Idee am Erbeskopf: Mit sogennanten Mountaincarts den Berg herunterfahren.
Eine Idee am Erbeskopf: Mit sogennanten Mountaincarts den Berg herunterfahren. IMAGO / Westend61

Ideen gibt es viele: Stellplätze für Wohnmobile etwa, die häufig an der nahegelegenen Mosel unterwegs sind. Für Action-Liebhaber könnten Strecken für Mountaincarts entstehen. Auch über eine Murmelbahn im Wald wird nachgedacht. "Wir wollen ein attraktives Angebot schaffen, was die Leute das ganze Jahr auf den Berg lockt", sagt Breitbach.

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Doch es bleibt die Frage, wie es in Zukunft mit dem Wintersport auf dem höchsten Berg des Landes weitergehen soll. Fest steht, dass der verantwortliche Zweckverband am Erbeskopf keine grüne Wiese beschneien will. "Wir haben im Moment nicht die technische Infrastruktur, um die komplette Breite der Piste zu beschneien", sagt die Bürgermeisterin.

Die Thalfanger Bürgermeisterin Tamara Breitbach und Nationalparkleiter Harald Egidi wollen den Erbeskopf touristisch wieder nach vorne bringen.
Die Thalfanger Bürgermeisterin Tamara Breitbach und Nationalparkleiter Harald Egidi wollen den Erbeskopf touristisch wieder nach vorne bringen. Hosser

Nationalpark hat Spielplatz gebaut

In Zukunft könnte die Liftanlage aber zum Beispiel auch für Rodler genutzt werden, wenn zum Skifahren zu wenig Schnee liege. Auch Angebote wie eine Eislaufbahn oder Eisstockschießen stehen auf der Ideenliste.

Unterhalb der Piste trägt der Nationalpark Hunsrück-Hochwald die Verantwortung für den Erbeskopf. Im vergangenen Jahr wurde ein neuer Spielplatz gebaut. Für Leiter Harald Egidi ein Schritt in die richtige Richtung. "Die Nachfrage ist sehr groß. Leute kommen alleine wegen dieses Spielplatzes jetzt auch an den Erbeskopf", sagt er.

Fördergelder und Investoren notwendig

Um die neuen Ideen in die Tat umzusetzen, brauche es in Zukunft aber auch Fördergelder von Bund und Land sowie private Investoren. "Es ist klar, dass wir als kommunaler Zweckverband diese Investitionen nicht alleine stemmen können", erklärt Bürgermeisterin Tamara Breitbach.

Trailpark-Betreiber Martin Halm ist dennoch froh, dass sich am Erbeskopf etwas bewegen soll. "Generell ist es super, dass man aus dieser Starre herauskommt. Es eine Vision gibt für diesen besonderen Ort." 

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Maximilian Storr
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