Der farbenfrohe Elefant ist das Erste, was einem im Treppenhaus auffällt. Schüler haben das bunt karierte Tier 2015 an die Wand gemalt. Sie sollte ja ohnehin bald gestrichen werden.
Das Bild ist inzwischen verblasst und der eigentliche Elefant im Raum längst ein anderer: die Sanierung, die acht Jahre auf sich warten gelassen hat.
Schüler kennen IGS Trier nur als Baustelle
Dass die Bauarbeiten auf dem Wolfsberg bald losgehen, sei inzwischen ein "Running Gag" unter Schülern und Lehrern geworden, sagt Schulleiter Dirk Schönhofen. Ursprünglich sollte 2018 alles fertig sein. Aber die Stadt hatte den Baubeginn immer wieder verschoben.
Die Folgen sind nicht zu übersehen. Schönhofen zeigt uns Löcher in der Decke, abblätternden Putz und Unkraut, das zwischen den Fliesen hervorschießt.
"Ich spreche mit Eltern, die sich darüber wundern, dass der Bau immer noch aussieht wie zu ihrer Schulzeit", sagt der Schulleiter. Viele Kinder würden die IGS nur als Baustelle kennen: "Und über Jahre hat keiner mehr die Lust aufgebracht, sich noch um das Interieur zu kümmern."
Sanierung muss in bestimmter Frist passieren
Immerhin: Nach acht Jahren Wartezeit hat die Stadt angekündigt, dass es Anfang Februar mit den Bauarbeiten losgehen soll. Rund 17 Millionen Euro sind veranschlagt - ursprünglich sollten es nur sieben Millionen sein.
Um diese Summe zu stemmen, braucht die Kommune Unterstützung. Das Fördergeld vom Land ist aber an Bedingungen geknüpft, erklärt die Trierer Schuldezernentin Elvira Garbes (die Grünen): "Manchmal ist ein Zeitfenster vorgegeben, in dem das Projekt fertiggestellt sein muss. Das ist eine große Herausforderung."
Denn manchmal findet sich gar keine Baufirma, die Zeit hat. "Und wenn die Projekte im vorgesehenen Zeitfenster nicht realisiert werden können, droht Fördermittelverlust oder Rückgabe der Fördermittel", so Garbes.
Schulleiter: "Keine Bildungsgerechtigkeit"
Den Trierer Schulleiter Dirk Schönhofen ärgert der Sanierungsstau: "Das hat mit Bildungsgerechtigkeit wenig zu tun." Die Qualität einer Schule hänge zwar viel mehr von den Lehrern und vom Unterricht ab als von den Gebäuden.
"Aber es ist ein Unterschied, ob ich in einem verfallenen Bau unterrichtet werde oder in einem frisch hergerichteten Raum." Darin drücke sich auch die Wertschätzung gegenüber Schülern und Lehrern aus.
Anderes Schulgebäude bereits saniert
Das erlebt Schönhofen inzwischen selbst im C-Gebäude der IGS. Das sah mal genauso heruntergekommen aus wie das benachbarte L-Gebäude, bis die Stadt es für 13 Millionen Euro saniert hat.
Auch diese Bauarbeiten hatten damals länger gedauert als geplant. Doch das Ergebnis könne sich nun sehen lassen, sagt Schönhofen: "So kann eine Schule auch aussehen - ich finde, so muss sie aussehen." Der Schulleiter hofft nun, dass die Ankündigung des Baustarts nicht wieder zum Running Gag wird und sein Team die Umzugskartons nicht wieder auspacken muss.