Sozialwohnungen in alter Villa geplant

Wegen Bürokratie: Eifeler Investor wird beim Bauen ausgebremst

Heiko Jäckels aus Bausendorf will mit zwei Partnern sieben günstige Sozialwohnungen in eine alte Villa bauen. Die Investoren ärgern sich über eine Vorgabe des Landes.

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Von Autor/in Maximilian Storr

Die alte Villa steht mitten im Ortskern von Bausendorf (Kreis Bernkastel-Wittlich), neben der Bäckerei. Früher war die Sparkasse im Erdgeschoss. Außerdem seien im Gebäude Wohnungen vermietet worden, erzählt Ortsbürgermeister Heiko Jäckels (Freie Wähler).

Als die Inhaberin stirbt, kauft Jäckels das Haus mit zwei Partnern im vergangenen Jahr, um es als privates Projekt zu entwickeln. Für mehr als eine Million Euro wollen sie das alte Gebäude sanieren und daraus insgesamt sieben Sozialwohnungen machen.

Denn in Bausendorf sei Wohnraum knapp. Vor allem Mietwohnungen würden fehlen. "Auch bei uns auf dem Land gibt es da unter anderem wegen der Nähe zu Wittlich eine große Nachfrage", sagt Jäckels.

Förderung für Sozialwohnungen beantragt

Für den Bau von Sozialwohnungen gibt es Geld vom Land Rheinland-Pfalz. Jäckel und seine Partner haben den Förderantrag im Juni eingereicht. Eine Antwort steht noch aus. Für Jäckel ist das nachvollziehbar: "Ich kann verstehen, dass da viel Arbeit aufläuft, weil derzeit viele Förderanträge gestellt werden."

In Bausendorf sollen sieben Sozialwohnungen entstehen. Doch die Investoren können noch nicht loslegen
In Bausendorf sollen sieben Sozialwohnungen entstehen. Doch die Investoren können noch nicht loslegen, weil ihr Antrag auf vorzeitigen Maßnahmenbeginn abgelehnt wurde. Max Storr

Was den Investor aber richtig auf die Palme bringt: Er hat bei der zuständigen Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) einen Antrag gestellt, weil er und seine Partner schon einmal mit den ersten Abrissarbeiten im Haus beginnen wollten. Dafür bräuchten sie nach seiner Schätzung drei Monate. Doch die ISB habe den Antrag auf "vorzeitigen Maßnahmenbeginn" abgelehnt.

Kein Baubeginn in Bausendorf

Für Jäckels heißt das, dass sie nicht loslegen können, bis über den Förderantrag des Projektes beschieden wird. Dabei würde er mit seinen Partnern auch ins Risiko gehen und das Haus zu Wohneinheiten umbauen, wenn die Förderung abgelehnt wird. "Niemand wäre benachteiligt, wenn man uns die Möglichkeit geben würde, mit der Entkernung zu beginnen." 

In der alten Villa war früher unter anderem die Sparkasse untergebracht. Teile des Gebäudes wurde auch als Wohnraum genutzt.
In der alten Villa war früher unter anderem die Sparkasse untergebracht. Ein Teil des Gebäudes wurde auch als Wohnraum genutzt. Max Storr

Denn die Unternehmer um Jäckels müssen bereits das Darlehen für den Hauskauf abzahlen. Auch die Kosten für Handwerker dürften wegen allgemeiner Preissteigerungen teurer werden, sagt er.

Dabei sprechen wir doch immer über Bauturbo und dass neue Wohnungen dringend benötigt werden.

Doch was sagt die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz zum Ärger? Auf SWR-Anfrage schreibt sie, dass ein vorzeitiger Baubeginn nur dann möglich wäre, wenn eine "objektive Dringlichkeit" besteht, also etwa ein Schaden an der Heizung. Das sei in einer Verwaltungsvorschrift dargelegt.

Der Nachweis auf Dringlichkeit habe in Bausendorf gefehlt. Doch warum muss eine Dringlichkeit überhaupt nachgewiesen werden, um vor dem Bescheid auf eigenes Risiko mit ersten Bauarbeiten zu beginnen? Würde eine Änderung der Vorgaben das Verfahren nicht beschleunigen? Eine SWR-Anfrage beim zuständigen rheinland-pfälzischen Finanzministerium bleibt dahingehend unbeantwortet.

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Und wie geht es in Bausendorf weiter? Laut Jäckels könnte es noch ein halbes Jahr dauern, bis über den Antrag beschieden wird. Ihm bleibe erstmal nichts anderes übrig als zu warten. "Dabei sprechen wir doch immer über Bauturbo und dass neue Wohnungen dringend benötigt werden."

Obwohl sie auch teurere Eigentumswohnungen in der alten Stadtvilla entwickeln könnten, wollen Jäckels und seine Partner trotz des Ärgers erst einmal an der Idee festhalten, im Bausendorfer Ortskern Wohnraum für Menschen mit wenig Geld zu schaffen.

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Maximilian Storr
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