Als Lisa Pialot zur Tür hereinkommt, wuseln Katzen um ihre Beine und springen an ihr hoch. Fünf Tiere teilen sich den kleinen Raum. In manchen Zimmern sind es noch mehr, sagt die Tierpflegerin: "Wir sitzen hier ganz eng beisammen. Das ist nicht mehr zumutbar."
Rund 800 Katzen kommen jährlich im Eifeltierheim Altrich unter. Doch der Platz reicht längst nicht mehr. Im Aufenthaltsraum trocknet die Wäsche, die Flure stehen voll mit Transportboxen und Kratzbäumen.
Dach undicht, Schimmel im Gebäude
Das Gebäude ist außerdem in die Jahre gekommen, sagt Anke Zimmer, die das Tierheim leitet. Durch das undichte Dach regnet es rein, in den Wänden hat sich der Schimmel eingenistet: "Das tut weder uns noch den Katzen gut."
Seit 21 Jahren ist das Tierheim, das sich vor allem über Spenden finanziert in einem ehemaligen Schweinestall untergebracht. "Wir sind den Besitzern dankbar, aber wir müssen raus", sagt Zimmer. Seit Jahren sucht ihr Team nach einem Grundstück für ein neues Tierheim, erfolglos: "Wir sind mehr als verzweifelt."
Alte Gärtnerei wäre "perfekter Standort" für Tierheim
Dann scheint Anette Peter vom Förderverein eine Lösung gefunden zu haben: Eine ehemalige Gärtnerei bei Brauneberg. Das Gelände ist eingezäunt. Es gibt genügend Parkplätze und Gewächshäuser, die sich als Lager eignen würden.
"Wir wollten diesen Standort wieder erblühen lassen, mit ganz vielen tollen Ideen für den Außenbereich", schwärmt Peter. Es sollte ein Leuchtturmprojekt werden, ein Treffpunkt für die Generationen. Die Ehrenamtlichen schmiedeten Pläne für eine Tierschutzschule für Jugendliche und Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung. Auch erste Gespräche mit dem Landrat Andreas Hackethal (CDU) seien vielversprechend verlaufen.
Tierschützer geschockt: Kreisverwaltung lehnt Antrag ab
Doch dann kam die Hiobsbotschaft: Die Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich hat die Bauvoranfrage der Tierschützer abgelehnt. "Im ersten Moment standen wir alle unter Schock", erinnert sich Peter. Die Tierschützer seien gar nicht auf den Gedanken gekommen, dass sie ein Absage bekommen könnten.
Die Begründung der Behörde: Das Grundstück mit den Gärtnereigebäuden befindet sich rechtlich gesehen in einem sogenannten Außenbereich und dürfe nur landwirtschaftlich genutzt werden. Das heißt: Ein Bauernhof oder ein Weingut wären dort zulässig, ein Tierheim nicht.
Die vorhandenen Gebäude umzubauen, wäre möglich gewesen, erklärt eine Sprecherin des Kreises. Der von den Tierschützern geplante Neubau sei aber nicht genehmigungsfähig. Es sei denn, die Gemeinde Brauneberg würde den Flächennutzungsplan ändern.
Bürgermeister: "Tierheim gehört hier nicht hin"
Allerdings hat sich der Gemeinderat einstimmig gegen das Vorhaben ausgesprochen. Und Werner Ruppenthal, der Ortsbürgermeister von Brauneberg, sagt: "Das Tierheim gehört dort nicht hin." Ruppenthal befürchtet, dass von der Einrichtung unangenehme Gerüche ausgehen könnten und dies die Nachbarn stören könnte.
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Oberhalb der alten Gärtnerei plant die Gemeinde außerdem ein Neubaugebiet. "Wir fürchten, dass wir auf den Bauplätzen sitzen bleiben, wenn hier ein Tierheim gebaut wird", sagt der Ortsbürgermeister.
Tierschützer wollen Traum nicht aufgeben
Die Tierschützer können die Argumente nicht nachvollziehen. Das Tierheim sei ein geschlossenes Gebäude, von dem kein Gestank ausgehen würde. Anette Peter glaubt im Gegenteil: "Das Dorf könnte von einem Tierheim als Begegnungsort und Touristenmagnet profitieren."
Ihren Traum will sie daher nicht aufgeben. Derzeit lasse der Verein die Angelegenheit juristisch prüfen. Landrat Andreas Hackethal will den Tierschützern lieber bei der Suche nach einem neuen Standort helfen. Doch nach Jahren des Suchens haben sie kaum noch Hoffnung.