Winzer Timo Dienhart aus Maring-Noviand steht oberhalb eines Weinberges im Liesertal - einem Seitental der Mosel. Der Winzer überprüft den Wasserstand in einem Wasserfass, das er am Wingert mit seinem Traktor abgestellt hat.
Winzer greifen auf israelische Technik zurück
An das Fass hat er einen Schlauch angeschlossen, der Wasser über eine Tropfleitung in den Weinberg führt. "Wir müssen Tropfleitungen ziehen, das ist wichtig, um effizient sein zu können", sagt er. Es handele sich dabei um israelische Technik, erklärt der Winzer. Über Stunden fallen Wassertropfen zu Boden, die tief in die Erde eindringen. Der Vorteil: Das Wasser verdunstet nicht.
Die Herausforderung: Das Wasser muss erst in den Weinberg gebracht werden. "Das ist schon ordentlich Arbeit", sagt Dienhart. Er fährt seit Juni von morgens bis abends pro Tag 50.000 Liter in den Wingert, um seine Reben damit zu bewässern.
Experten: Gesamte Weinanbaugebiet Mosel betroffen
Probleme mit Trockenheit und Hitze beobachtet das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Mosel im ganzen Weinanbaugebiet. "Die aktuelle Situation in den Weinbergen ist vor allem durch eine angespannte Wasserversorgung geprägt", teilt die Behörde mit. Eine solche Situation habe es zuletzt 2022 gegeben.
Insbesondere die jungen Anlagen seien vom Wassermangel betroffen - dabei handelt es sich um Reben, die gerade erst gepflanzt wurden oder jünger als zehn Jahre sind. Ältere Reben hingegen hätten längere Wurzeln und könnten sich besser mit Wasser versorgen.
Das DLR empfiehlt den Winzern, nicht nur auf Bewässerung zu setzen. Auch ein Eingriff an den Reben kann helfen: So könnten beispielsweise Trauben entfernt werden, um die Pflanzen zu entlasten.
Dienhart bleibt optimistisch für den Jahrgang 2026
Winzer Timo Dienhart achtet derzeit jedenfalls genau darauf, wie sich seine Pflanzen entwickeln. Eine gute Sache gibt es: Er und seine Kollegen aus Maring-Noviand können das Wasser, das sie für ihre Reben benötigen, immerhin aus einer nahegelegenen Quelle entnehmen. Für die Winzer ist das in diesen Zeiten Gold wert.
Winzer an Mosel hoffen auf Regen
Auch weil etwa 50 Tage vor der Ernte noch unklar ist, wie lange noch bewässert werden muss, sagt Dienhart. Aufhören würde er am liebsten so schnell wie möglich.
Dennoch, für den Weinjahrgang 2026 ist er optimistisch. "Die Mengenerwartungen schrumpfen gerade wegen der Trockenheit. Die Qualitätserwartungen sind meines Erachtens aber sehr hoch", sagt er. Bis zur Lese im September könne aber auch noch viel passieren. Jetzt hofft der Winzer erstmal auf Regen.