Sprudelfirmen pumpen weiter ab

Zoff ums Wasser aus Nationalpark Hunsrück-Hochwald: Anwalt eingeschaltet

Im Nationalpark Hunsrück-Hochwald gibt es Streit ums Wasser. Schon länger soll geprüft werden, ob das Abpumpen des Wassers schadet. Doch passiert sei nichts, sagen Kritiker.

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Von Autor/in Maximilian Storr

Thomas Brodbeck und Reiner Dieffenbacher setzen sich seit Jahren gegen die umstrittenen Wasserentnahmen von Sprudelbetrieben im Nationalpark Hunsrück-Hochwald ein. Die beiden Umweltaktivisten wollen das Abpumpen der Firmen Hochwald und Schwollener Sprudel stoppen.

Deshalb hatten sich Brodbeck und Dieffenbacher darüber gefreut, dass die obere Wasserbehörde - die SGD Nord - im vergangenem Dezember im Nationalpark eine Umweltverträglichkeitsprüfung angeordnet hat.

Kreis Birkenfeld

Wasserentnahme im Nationalpark Hunsrück-Hochwald Sprudelfirmen pumpen weiter ab: Umweltschäden für Nationalpark?

Im Nationalpark Hunsrück-Hochwald gibt es weiter Ärger ums Wasser. Jetzt will die zuständige Behörde genauer hinsehen. Die Sprudelfirmen dürfen trotzdem weiter abpumpen.

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Sprudelbetriebe pumpen Millionen Liter Wasser ab

Denn damit hatte die Behörde zum ersten Mal zugegeben, dass die Wasserentnahmen den Buchen, Kiefern oder Mooren im Nationalpark schaden könnten und umfangreiche Untersuchungen angekündigt, um das auszuschließen.

Seit Jahren pumpen die Mineralbrunnen Hochwald Sprudel und Schwollener Sprudel im Nationalpark nämlich hunderte Millionen Liter Wasser ab, um es zu verkaufen. Die Entnahmen sind zwar legal, werden von Experten aber wegen der sinkenden Grundwasserspiegel stark kritisiert.

Thomas Brodbeck ist Autor und Biologe.
Thomas Brodbeck ist Autor und Biologe. Seit 2022 setzt er sich auch gegen Wasserentnahmen von Sprudelbetrieben im Nationalpark Hunsrück-Hochwald ein.

Im vergangenen Jahr hatte die obere Wasserbehörde dann wegen "neuer Erkenntnisse" bekannt gegeben, dass sie mit der Umweltverträglichkeitsprüfung herausfinden will, wie sich diese Wasserentnahmen auswirken.

Es wurde nichts unternommen, um diese Prüfung in Gang zu setzen.

Doch was ist seit dieser Mitteilung vor zehn Monaten passiert? "Nichts", sagen Brodbeck und Dieffenbacher. "Nach meinem Wissen wurde nichts unternommen, um diese Prüfung überhaupt in Gang zu setzen", kritisiert Dieffenbacher.

Reiner Dieffenbacher lebt im Bundenbach im Hunsrück und Sprecher der NABU-Gruppe im Kreis Birkenfeld.
Reiner Dieffenbacher lebt im Bundenbach im Hunsrück und ist beim NABU im Kreis Birkenfeld.

Wasser darf weiter abgepumpt werden

Für die beiden Umweltaktivisten ist das besonders ärgerlich, weil die Sprudelbetriebe so lange weiter Wasser abpumpen dürfen, bis die Untersuchungen abgeschlossen sind. Erst wenn sich herausstelle, dass die Entnahmen der Natur wirklich schaden, könnten sie gestoppt werden, heißt es von der oberen Wasserbehörde.

Auch Nationalparkleiter Harald Egidi hofft, dass die Untersuchungen bald beginnen: "Bislang ist noch nichts geschehen und ich denke, es wäre an der Zeit, dass es in die konkrete Umsetzung geht."

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Nationalparkchef Harald Egidi bestätigt, dass die Umweltuntersuchungen im Nationalpark Hunsrück-Hochwald nicht begonnen haben.

Wasserbehörde weist Kritik zurück

Doch was sagt die SGD Nord als obere Wasserbehörde dazu? Auf SWR-Anfrage heißt es im schönsten Beamtendeutsch: "Derzeit werden die Untersuchungsrahmen und der Prüfraum fachlich hergeleitet und mit den beteiligten Stellen abgestimmt."

Die Kritik der Umweltaktivisten, dass nichts passiert sei, weist die Behörden zurück: "Bei fachlich anspruchsvollen Hydrogeologie- und Naturschutzthemen ist ein sorgfältiges Vorgehen erforderlich und dies spiegelt keineswegs einen Stillstand wider, sondern stellt die notwendige fachliche Vorarbeit dar."

NABU beauftragt Anwaltskanzlei

Thomas Brodbeck und Reiner Dieffenbacher sehen das anders. Sie wollen einen Stopp der Wasserentnahmen, bis klar ist, ob diese der Natur im Nationalpark schaden oder nicht.

Der NABU habe deshalb eine Anwaltskanzlei in Frankfurt beauftragt. Die soll prüfen, was rechtlich möglich ist. Ein Ergebnis steht noch aus. Dieffenbacher hofft jetzt, dass "die Umweltverträglichkeitsprüfung zügig angegangen wird".

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Auf die Frage, wann mit einem Ergebnis zu rechnen ist, heißt es von der SGD Nord: "eine belastbare Prognose" sei nicht möglich.

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