Mittwochmorgen, 7:00 Uhr: Auf dem Hof des Postverteilerzentrums in Trier-Ehrang sammeln sich mehrere Zollbeamte. Im Fokus hat der Zoll am Mittwoch Paketfahrer von Subunternehmen, die hier ihre Fahrzeuge be- und entladen.
Beamte haben einen Verdacht
Kurz nach Einsatzbeginn entdecken die Beamten einen weißen Sprinter. Der gehört zu einer jungen Frau, die ihr Fahrzeug gerade mit Paketen belädt. Die Beamten haben einen Verdacht und kontrollieren sie, sagt Einsatzleiter Michael Koble.
"Es war halt jetzt schon mal auffällig, dass sie nicht wusste, für wen sie eigentlich tätig ist. Sie musste ihren Chef, so hat sie ihn betitelt, anrufen, und musste ihn fragen, welche Firma das eigentlich ist, für die sie arbeitet", sagt der Zollbeamte. "Sie konnte auch zu ihrem konkreten Lohn keine Angaben machen. Und das ist für uns schon mal ein Anhaltspunkt, etwas genauer hinzuschauen."
Die Frau kommt aus Osteuropa und spricht kein Deutsch. Einsatzleiter Michael Koble kennt das. "Sprachbarrieren sind in diesem Bereich an der Tagesordnung." Nachdem die Beamten die Personalien aufgenommen haben, gehen sie weiter. Alles andere wird dann später im Büro geprüft.
Zoll kontrolliert auch an A1
Neben dem Paketverteilerzentrum in Trier-Ehrang kontrolliert der Zoll auch an der A1. Hier fangen die Beamten Lieferfahrzeuge auf der Autobahn ab und geleiten sie auf einen nahe gelegenen Parkplatz.
"Im Transport- und Logistikgewerbe ist es natürlich auch immer interessant, wenn man die Leute bei der Arbeit antrifft", sagt Koble. "Die Arbeit läuft dann aber immer gleich ab, wir erfassen die Daten der Person und prüfen sie dann später genauer."
Fokus liegt auf Paketbranche
Die Kontrollen am Paketzentrum und auf dem Parkplatz sind wichtig. Dass diese im Jahr mehrfach auf das Paketdienstleistungsgewerbe fokussiert sind, ist kein Zufall.
Es handele sich hierbei um eine Branche, die ähnlich wie das Baugewerbe und die Gastronomie, anfällig für Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung sei. Es würden Menschen beschäftigt, die keine Arbeitserlaubnis haben, nicht nach Mindestlohn bezahlt oder arbeiten und gleichzeitig Leistungen vom Arbeitsamt beziehen würden.
Molitor: Schaden in Millionenhöhe
Der Schaden, der dadurch entstehe, sei immens, sagt Thomas Molitor vom Hauptzollamt Koblenz. "Wir reden da bundesweit von einer Schadenssumme von weit über 600 Millionen Euro. Das ist wahrscheinlich nur die Spitze des Eisbergs", sagt der Zollbeamte.
"Im Bereich des Hauptzollamtes Koblenz liegen wir hier bei einer Summe von mehr als 30 Millionen Euro - die in den Bereichen Koblenz, Mainz und Trier im vergangenen Jahr festgestellt wurde."
Zoll Trier ganzen Mittwoch im Einsatz
Mit etwa 30 Beamten ist der Trierer Zoll im Einsatz. Der läuft den ganzen Tag. Einsatzleiter Michael Koble zieht bereits am späten Vormittag eine erste Zwischenbilanz und hofft auf keine weiteren Zwischenfälle.
"Ein Erfolg ist eigentlich immer, wenn wir am Abend alle gesund nach Hause kommen."