Trotz Regenfällen im Juni

Kaum Entspannung für Felder, Wälder und Flüsse in RLP - Es bleibt zu trocken

Nach einem viel zu trockenen Frühling hat es in Rheinland-Pfalz Anfang Juni relativ viel geregnet. Doch die Niederschläge haben nur wenig Entspannung für die Natur gebracht.

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Stand

Von Autor/in Christian Papadopoulos

Nach Angaben des ARD-Wetterkompetenzzentrums hat es im gesamten Frühjahr in Rheinland-Pfalz im Schnitt 60 bis 70 Liter zu wenig geregnet. Seit Anfang Juni hat es im Schnitt landesweit 30 Liter geregnet - mit regionalen Unterschieden. Die fehlenden Frühjahrsniederschläge hätten daher nicht ausgeglichen werden können.

Auch die Gewitter Mitte Juni haben daran nichts geändert, da der Starkregen relativ schnell wieder abfließt und nicht in die Böden eindringen kann. Das bedeutet auch, dass es im Hinblick auf die Trockenheit vorerst keine Entspannung geben wird. Auch die Gefahr von Waldbränden dürfte nun wieder steigen.

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Aus Sicht des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd sind die Regenfälle der letzten Tage gerade noch rechtzeitig gekommen für viele Kulturen - auch wenn sie regional sehr unterschiedlich ausgefallen sei. Vor allem der Getreideanbau könne noch mehr Nass von oben vertragen, sagte Presssesprecher Andreas Köhr auf SWR-Anfrage.

Auch für den Obstbau seien Regenfälle wichtig, damit eine bestimmte Fruchtgröße erreicht werde, um die Waren verkaufen zu können. Es dürfe aber auch nicht zuviel Regen sein, denn dann drohten Pilzkrankheiten und Fäulnis.

Weniger problematisch sei der Gemüseanbau in der Vorderpfalz, denn dort könnten die Landwirte die Felder beregnen, sagte Köhr. Allerdings würden dadurch die Kosten steigen. Am wenigsten Probleme bereite der Weinbau, denn die Weinstöcke hätten tiefe Wurzeln und könnten das Wasser auch aus größerer Tiefe holen.

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Wichtig sei, dass die angekündigten Gewitter am Wochenende nicht zu viel Starkregen mit sich brächten. Denn dieser fließe zu schnell ab und könne von den zuvor ausgetrockneten Böden nicht gut aufgenommen werden. Am besten für die Böden sei ein leichter und beständiger Landregen.

Keine direkte Erholung für Grundwasser

Profitiert denn das Grundwasser vom Regen oder den Gewittern? Ganz so einfach ist es nicht. "Es funktioniert nicht immer so, dass es regnet und sofort eine Erholung der Grundwasserstände erkennbar ist", erklärt die Wasserversorgung Rheinhessen-Pfalz GmbH (wvr) auf SWR-Anfrage. Zunächst decke die Vegetation ihren Wasserbedarf. Und Niederschläge bei hohen Temperaturen führten teilweise zur Verdunstung des Wassers. "Es kann dann Wochen oder Monate dauern, bis die übrigbleibenden Wassermengen im Grundwasser ankommen, je nach Art des Untergrunds."

"Sorgsam mit Trinkwasser umgehen"

Dennoch sei jeder Niederschlag, der kein Starkregen ist, positiv. Starkregen, der infolge des Klimawandels vermehrt auftrete, pralle auf den oft trockenen und harten Boden und fließe einfach ab, ohne positiven Effekt für Vegetation oder Grundwasser. Schon heute fehlten in Rheinland-Pfalz rund 25 Prozent und in Rheinhessen sogar 40 Prozent bei der Grundwasserneubildung. "Wir appellieren stets an unsere Kundinnen und Kunden, sorgsam mit dem Trinkwasser umzugehen."

Trinkwasser aus Uferfiltrat schont Grundwasserreserven

Bei der wvr wird jedoch hauptsächlich Trinkwasser aus Uferfiltrat des Rheins gewonnen, sodass kein Grundwasser entnommen werden muss. Laut wvr konnte die Wasserversorgung bislang stets vollumfänglich gewährleistet werden, ein Wasserspargebot sei in den letzten Jahren nicht notwendig gewesen. Dieses Jahr könnten jedoch erschwerende Faktoren hinzukommen. So werde derzeit ein Brunnen der Uferfiltratgalerie in Guntersblum saniert und stehe dem Versorgungssystem mit seiner Kapazität von rund einer Million Kubikmeter Wasser nicht zur Verfügung. Diese Baumaßnahme im Zuge von Modernisierungen sei im Sinne einer langfristig sicheren Trinkwasserversorgung erforderlich.

Wälder im Trockenstress

Auch die Waldböden in Rheinland-Pfalz sind trotz der Regenfälle im Juni immer noch zu trocken, wie die rheinland-pfälzische Forstverwaltung auf SWR-Anfrage mitteilte. Die Böden seien zu tief ausgetrocknet gewesen. Für die Bäume gebe es "Trockenstress". Nötig seien lang andauernde und sanfte Niederschläge. Dann könnten die Böden das Wasser gut aufnehmen. Besonders in der Rheinebene, dem Moseltal, im Pfälzerwald, Nordpfälzer-Hügelwald und Soonwald ist es laut Forstamt zu trocken.

Eine gute Nachricht gebe es allerdings: Aufgrund der jüngsten Niederschläge sei die Waldbrandgefahr derzeit gering.

Regenfälle sorgen aber wieder für mehr Stechmücken am Rhein     

Zumindest am Rhein haben die Regenfälle dafür gesorgt, dass die zuletzt niedrigen Wasserstände vorerst der Vergangenheit angehören. Weil es ordentlich geregnet hat, sind aber auch die Brutstätten der Mücken wieder überflutet. Deshalb schlüpfen laut KABS die Schnakenlarven jetzt in Massen. Zum Teil sind es mehrere hundert Larven pro Liter Wasser.

Die Kommunale Arbeitsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS) hat daher den Kampf gegen die Stechmückenplage wieder verstärkt aufgenommen. Mit Helikoptern wurde das Insektizid BTI auch aus der Luft verstreut. Die KABS bekämpft die Stechmücken im Auftrag von knapp 100 Kommunen in Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz.

Inzwischen stellt die Stadt Mainz zudem wieder kostenlos BTI-Tabletten im Umweltladen zur Verfügung. Die Ausgabe der Tabletten war Mitte Mai vorübergehend gestoppt worden. Grund ist eine europäische Verordnung zum Handel mit Bioziden, die in Kraft getreten war. Diese verlangt, dass Personen, die solche Mittel ausgeben, speziell geschult sein müssen. Die Schulungen der Mitarbeitenden seien jetzt abgeschlossen.

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Erstmals publiziert am
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Autor/in
Christian Papadopoulos