Energiekrise durch Iran-Krieg

Unabhängig vom Rohöl: Wie ein Mainzer Unternehmen durch die Krise kommt

Der Krieg im Iran hat die Preise für Öl und Gas in die Höhe getrieben - das spüren Unternehmen. Besser durch die Krise kommt, wer unabhängig von fossilen Energieträgern ist.

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Von Autor/in Marcel Fehr

Hohe Preise für Öl und Gas belasten Unternehmen in Rheinland-Pfalz. Vor allem die energieintensive Industrie, also die Chemie-, Metall- und die Baubranche sind betroffen.

Der Chemiekonzern BASF aus Ludwigshafen etwa hat angekündigt, die Preise für einige seiner Chemikalien um bis zu 30 Prozent zu erhöhen - bei einigen Produkten auch darüber hinaus. "Es gibt Produkte, bei denen hohe Roh- und Energiekosten überproportional wirken", heißt es vom Unternehmen.

Weil Gas und Öl für die BASF elementar sind, trifft die Energiekrise das Unternehmen besonders schwer. Bis 2050 möchte BASF zwar klimaneutral produzieren, dafür muss der Konzern aber weitgehend umbauen.

Unabhängigkeit durch Abkehr von rohölbasierten Rohstoffen

Besser durch die Krise kommen Unternehmen, die sich jetzt schon weitgehend unabhängig von fossilen Energieträgern gemacht haben. Werner & Mertz aus Mainz setzt mit der Marke Frosch schon seit langem auf Nachhaltigkeit: Das zahlt sich jetzt aus.

Sowohl bei den Flüssigrezepturen als auch bei den Verpackungen hat sich das Unternehmen laut Geschäftsführer Reinhard Schneider komplett vom Rohstoff Rohöl verabschiedet. Die Verpackung bestehe zwar aus Plasik, weil das Material funktionelle Vorteile biete. Aber es ist zu 100 Prozent recyclet.

"Wenn es im Kreislauf geführt wird - wie bei uns zu 100 Prozent über den gelben Sack - dann hat es keine negativen Umweltkonsequenzen und es macht uns unabhängig", sagt Schneider.

Andere Hersteller setzen oft auf neues Plastik aus Erdöl. Das war in der Vergangenheit deutlich günstiger als Altplastik. Doch das relativiert sich jetzt.

Pflanzenbasierte Rohstoffe steigen weniger stark im Preis

Windkraft und Photovoltaik auf dem Dach des Verwaltungsgebäudes von Werner & Mertz sorgen für eigenen Strom. Trotzdem spürt auch auch das Mainzer Unternehmen die Krise. Vor allem bei den Zulieferern.

Einige Lieferanten machen Mischkalkulationen, bei denen letztlich alle Rohstoffe in den allgemeinen Preissteigerungstrend aufgenommen werden, aber Gott sei Dank die pflanzenbasierten deutlich weniger.

Kostenschock für manche Unternehmen geringer

Werner & Mertz als nachhaltiges Unternehmen ist gegen die Energiekrise damit gut gewappnet. Das bestätigt auch Umweltökonom Andreas Gerster von der Uni Mainz.

"Der Faktor Nachhaltigkeit reduziert auf jeden Fall die Stärke, mit der man jetzt gerade getroffen wird", sagt er. Wenn ein Unternehmen in der Vergangenheit schon viel gemacht habe, dann sei der aktuelle Kostenschock für das Unternehmen deutlich geringer.

Konsumgüter werden teurer

Konkurrenten wie Henkel haben bereits angekündigt, dass ihre Produkte teurer werden. Das kann man bei Werner & Mertz zwar auch nicht ausschließen, aber:

"Wir werden deutlich weniger betroffen sein als diejenigen, die voll weiter auf Erdöl setzen - ein Material, das nicht nur umweltproblematisch ist, sondern auch wirtschaftlich prekärer ist, als es jemals war", sagt Schneider.

Er sieht die Krise auch als Chance. Sollte der Ölpreis hoch bleiben, könne das Politik und Wirtschaft motivieren, stärker auf Nachhaltigkeit zu setzen.

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Erstmals publiziert am
Stand
Onlinefassung
Theresa Rauffmann
Autor/in
Marcel Fehr
Marcel Fehr auf der CMT

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