Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) sagte dem SWR, seine Befürchtungen seien groß, dass Rheinland-Pfalz auch betroffen sein könnte von dieser Ankündigung.
Man sei gerne Gastgeber für amerikanische Streitkräfte, ihre Familien und die Zivilbeschäftigten. Und das müsse so bleiben, sagte Schweitzer. "Unsere Regionen profitieren davon, dass die amerikanischen Streitkräfte bei uns sind."
Es sei jetzt die Aufgabe, Gespräche zu führen, auch mit der amerikanischen Administration, auch im Verbund der NATO-Staaten. Tagesaktuelle politische Debatten dürften nicht dazu führen, dass Grundstrukturen berührt würden, so Schweitzer. Es sei auch eine Aufgabe der künftigen Landesregierung, in Berlin dafür einzutreten, dass Rheinland-Pfalz ein starker Standort für amerikanische Streitkräfte bleibe.
Schweitzer verweist auf US-Festlegung zu Truppenstärke
Schweitzer verwies darauf, dass der US-Kongress Ende 2025 festgeschrieben habe, dass die US-Truppenstärke in Europa nicht unter 76.000 fallen dürfe. Dies sei eine wichtige Sicherheitsgarantie, die nicht einseitig vom Präsidenten unterschritten werden könne. Ebenso habe sich der US-Kongress zur NATO und den Beistandsverpflichtungen bekannt. Dies zeige, dass in den USA sehr wohl Europa und die hiesige US-Truppenpräsenz einen hohen Stellenwert hätten.
Deutschland brauche starke US-Standorte, so Schweitzer. "Wir brauchen das aus Sicherheitsgründen, wir brauchen das aber auch aus Infrastrukturgründen und aus regionalpolitischen Gründen", sagte der noch amtierende Regierungschef.
Der zukünftige Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Gordon Schnieder, rechnet damit, dass vor allem aus Grafenwöhr in Bayern US-Militärs abgezogen werden könnten. Die Unterstützung für die US-Truppen dort komme aber aus Rheinland-Pfalz. Daher erwarte er Verschiebungen.
Auch Truppenabzug von der Airbase Spangdahlem?
Der CDU-Landtagsabgeordnete Michael Ludwig aus der Eifel erklärte auf SWR-Anfrage, er gehe nicht davon aus, dass die Airbase Spangdahlem betroffen sein werde.
Es sei immer wieder vorgekommen, dass gedroht worden sei, dass Truppen abgezogen würden. Aber dennoch machten sich die Menschen, die auf der Airbase arbeiten oder dort Aufträge erhalten, natürlich Gedanken.
Dinge ausschließen könne man natürlich nicht. Aber er halte den Standort für gesetzt, sagte der Vorsitzende des deutsch-amerikanischen Freundschaftsvereins Host Nation Council Spangdahlem.
Ramstein zentrale Luftdrehscheibe der USA in Europa
Zu den militärisch bedeutsamsten US-Truppenstützpunkten außerhalb der USA gehört die Ramstein Air Base. Für die USA ist sie die zentrale Luftdrehscheibe für Europa und den Nahen Osten. Rund 9.000 US-Soldaten sind in Ramstein stationiert. Zählt man zivile US-Angestellte, lokale Beschäftigte und Familienangehörige hinzu, kommt man auf rund 50.000 bis 55.000 Angehörige der US-Community in Ramstein.
Das größte US-Militärkrankenhaus im Ausland befindet sich im pfälzischen Landstuhl. US-Soldaten, die in Auslandseinsätzen verwundet werden, müssen für eine schnelle und hochwertige Behandlung also nicht den weiten Weg bis in die USA gebracht werden.
Da Landstuhl in die Jahre gekommen ist, entsteht derzeit im benachbarten Weilerbach für etwa 1,59 Milliarden US-Dollar die größte US-Armeeklinik außerhalb der Vereinigten Staaten.
Welche Rolle spielen die Stützpunkte für die betroffenen Regionen?
Die US-Standorte sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die jeweilige Region. "Die Wirtschaftskraft der US-Militärpräsenz lässt sich pro Fiskaljahr auf mehr als zwei Milliarden US-Dollar beziffern", sagte Ralf Hechler (CDU), der Bürgermeister der Gemeinde Ramstein in dieser Woche. Inbegriffen sind etwa Löhne, Mieten und Aufträge für lokale Firmen.
Hechler sagte vor der Ankündigung des Truppenabzugs, Trump könne als Oberbefehlshaber Verlagerungen temporär rasch umsetzen. "Ob er dies dauerhaft ohne den US-Kongress machen kann, wage ich zu bezweifeln. Aber die Auswirkungen wären direkt spürbar für uns."
Hechler geht aber nicht davon aus, dass es die Airbase treffen wird. Er verwies am Samstag auf laufende Großprojekte wie zwei Highschools und eine Middleschool sowie das neue Militärkrankenhaus in Weilerbach.
Trump: Es werden noch mehr US-Soldaten abgezogen
Die Reduzierung der US-Truppen in Deutschland könnte allerdings weitergehen. US-Präsident Donald Trump sagte am Samstag vor Journalisten in Florida, es würden noch weit mehr als 5.000 Soldaten aus Deutschland abgezogen.
Aktuell sind nach Angaben des US-Militärs rund 86.000 Soldaten in Europa stationiert, davon rund 39.000 in Deutschland. Wegen Rotationen und Übungen verändert sich die genaue Zahl regelmäßig.