Der Ertrag der Lese 2025 wird nach der abschließenden Schätzung des DWI voraussichtlich bei 7,3 Millionen Hektolitern Weinmost liegen - noch einmal weniger, als vor rund einer Woche angenommen. Da sprachen die Experten noch von 7,8 Milllionen Hektolitern.
Zuletzt brachten die Winzer in den 13 deutschen Anbaugebieten 2010 mit 7,1 Millionen Hektolitern eine noch geringe Menge ein, wie DWI-Sprecher Ernst Büscher im rheinhessischen Bodenheim mitteilte.
Damit läge der Ertrag dieses Jahr um 7 Prozent unter dem des Vorjahres und um 16 Prozent unter dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre (8,7 Millionen Hektoliter). Das Statistische Bundesamt war kürzlich auf der Basis von Schätzungen für dieses Jahr noch von rund 8,2 Millionen Hektoliter Weinmost ausgegangen.
Deutliche Einbußen nach viel Regen im September
Der starke Rückgang ist insbesondere auf deutlich geringere Mengen in den vier größten deutschen Weinbaugebieten Rheinhessen, Pfalz, Baden und Württemberg zurückzuführen, wie Büscher sagte. Grund für die geringere Ernte 2025 sind laut Weininstitut insbesondere kleinere Traubenbeeren. Zudem mussten die Winzerinnen und Winzer die Trauben nach den starken Niederschlägen in der zweiten Septemberhälfte intensiv aussortieren, das habe die Ausbeute zusätzlich geschmälert.
Für die Pfalz werden 400.000 Hektoliter Weinmost (minus 18 Prozent) weniger als im zehnjährigen Durchschnitt prognostiziert, für Baden minus 180.000 Hektoliter (minus 15 Prozent) und in Württemberg rechnen die Winzer mit 200.000 Hektolitern oder 22 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum.
Auf gute Erträge freuen sich laut Weininstitut vor allem Saale-Unstrut sowie die Ahr - sie hatten im vergangenen Jahr sehr stark unter extremen Spätfrostschäden gelitten und verzeichnen dementsprechend dreistellige prozentuale Zuwächse. Auch in den Gebieten Mosel und Franken liegen die Erntemengen leicht über dem Durchschnitt.
Qualität des Weins dagegen hervorragend
Einig seien sich alle 13 Anbaugebiete in der Beurteilung der Weinqualitäten. Diese würden aufgrund der außergewöhnlich hohen Traubenreife als "ausgesprochen gut" eingeschätzt. "Die Traubenbeeren blieben in diesem Jahr zwar oftmals kleiner, dafür waren sie aber umso aromatischer, was sehr konzentrierte und fruchtige Weine erwarten lässt", sagte Büscher.