In einer Studie des Centrums für Hochschulentwicklung Gütersloh wurde die Anzahl von Studienanfängerinnen und -anfängern in Humanmedizin bundesweit verglichen. Rheinland-Pfalz schneidet hier schlecht ab. An der einzigen Universität im Land, an der Medizin studiert werden kann, in Mainz, haben gerade einmal 450 Menschen im vergangenen Jahr ein Medizinstudium begonnen. Im Ländervergleich landet Rheinland-Pfalz damit auf Platz 13 von 16.
Nachbarländer deutlich besser aufgestellt
Pro 100.000 Einwohner werden in Rheinland-Pfalz elf Medizin-Studienplätze angeboten. In den Nachbarländern Saarland (29 Plätze auf 100.000 Einwohner) und Hessen (18 Plätze auf 100.000 Einwohner) sieht es deutlich besser aus.
So groß Anteil Medizinstudierender unter allen Studienanfängern
Insgesamt gab es 18.501 neue Studienanfängerinnen und -anfänger in Rheinland-Pfalz. 450 Menschen haben das Medizinstudium aufgenommen, in Hessen waren es 1.157 (von 42.705 Neu-Studis) und im Saarland 293 (von 5.649).
Anteilig pro 1.000 Studienanfänger sind es in Rheinland-Pfalz 24 neue Medizinstudentinnen und -studenten, im Saarland 52, in Hessen 27.
Schlechter als Rheinland-Pfalz ist Niedersachsen aufgestellt, hier sind es pro 100.000 Einwohner nur zehn Medizin-Studienplätze. Brandenburg und Bremen haben keine Universität, die ein Medizinstudium anbieten - dort hat also auch niemand das Medizinstudium an einer staatlichen Hochschule begonnen.
Akuter Ärztemangel in Rheinland-Pfalz
Die Studienautoren können für ganz Deutschland einen sogenannten "Klebeeffekt" erkennen: In Regionen, in denen es Studienmöglichkeiten gibt, ist die Anzahl von Ärztinnen und Ärzten höher, als in Regionen ganz ohne Hochschule oder Universität.
Den besten Wert erreicht in Rheinland-Pfalz die Region Rheinhessen-Nahe mit dem Hochschulstandort Mainz, hier kommen 210 Ärzte und Ärztinnen auf 100.000 Einwohner. Deutlich schlechter sieht es in der Region Mittelrhein-Westerwald (181 Ärzte und Ärztinnen je 100.000 Einwohner) und Westpfalz (186 Ärzte und Ärztinnen je 100.000 Einwohner) aus. Diese Werte sind auch bundesweit unter den niedrigsten.
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Studienplätze für Medizin sind teuer
Es gab in Deutschland 2024 insgesamt knapp 33.000 Bewerberinnen und Bewerber, aber nur gut 10.000 angebotene Plätze. Ein Verhältnis von drei Interessierten auf einen Medizinstudienplatz - rund 20.000 Bewerber und Bewerberinnen gingen dementsprechend leer aus.
Als Grund wird in der Studie der hohe Preis von 25.000 Euro pro Studienplatz pro Jahr angeführt. Das sind allein die laufenden Ausgaben der Hochschulen im Bereich Medizin, dazu kommen noch Investitionen.
Kaum mehr Studienplätze in den letzten zehn Jahren
Im Wintersemester 2015/2016 gab es deutschlandweit 9.068 Medizinstudienplätze, bis heute sind es gerade einmal 1.000 mehr. Die Studienautoren zitieren hierzu den damaligen Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD). Er gab 2023 an, dass es mindestens 5.000 neue Studienplätze bundesweit geben müsse, um die Babyboomer-Generation in naher Zukunft angemessen versorgen zu können.