Am Sonntagabend wird als Teil einer totalen Mondfinsternis für rund eine Stunde der Mond als sogenannter Blutmond am Horizont zu sehen sein. Danach bewegt sich der Mond langsam wieder aus dem Schatten der Erde heraus.
Mond wird zunächst nicht gut erkannbar sein
Das Besondere an der Mondfinsternis ist das Timing. Statt dass der Mond hoch am Himmel steht und sich nach und nach verfinstert, geht er schon in seiner dunkelsten Phase am frühen Abendhimmel auf. Das macht es zunächst auch schwieriger etwas zu erkennen, sagt die in Heidelberg und Heppenheim tätige Astronomin Carolin Liefke:
"Wir sehen den Vollmond normalerweise immer schön hell aufgehen am Horizont. Das klappt bei einem total verfinsterten Mond nicht ganz so gut. Der [Mond] ist dann nicht hell genug, dass wir ihn durch den ganzen Dunst - alles, was da so an Staub und Rußpartikeln in der Luft ist und am Horizont hängt - wirklich sehen können. Erst wenn er sich etwas höher über den Horizont gehoben hat, wird er sichtbar werden."
Standort ist wichtig für eine optimale Sicht
Je weiter westlich in Deutschland man sich befindet, desto später geht der Mond auf. In Mainz beispielsweise um 19.54 Uhr, in Trier um 20.01 Uhr.
Sonne, Erde und Mond befinden sich dann bereits auf einer Linie, so dass der Mond sich im Schatten der Erde befindet. Ganz dunkel ist er dabei aber nicht, sondern er erscheint uns rot und wird deshalb auch gerne Blutmond genannt.
Das ist Restlicht von der Sonne, das es auf Umwegen durch die Erdatmosphäre trotzdem noch zum Mond schafft und ihn ein kleines bisschen beleuchtet, sodass er rötlich erscheint. Er hat dann eine Kupferfarbe, manchmal auch braun, grau oder relativ orange-rot.
Für eine optimale Sicht ist der Standort entscheidend. Der Mond geht im Osten auf und wandert dann langsam in Richtung Süden. Hügel und Berge können die Sicht versperren. Ein freier Horizont in Richtung Osten ist deshalb von Vorteil.
Besuch bei einer Sternwarte oder einem Astronomieverein könnte sich lohnen
Astronomin Carolin Liefke hat aber noch weitere Tipps. Zum einen helfe gerade beim Aufgehen des Mondes ein Teleskop oder Fernglas, ohne werde der Mond in der frühen Phase schwierig zu erkennen zu sein. Wer so etwas nicht hat, dem rät Liefke:
"Natürlich [kann man] aber auch mal bei einer Sternwarte oder bei einem Astronomieverein vorbeischauen und mal gucken, ob die nicht vielleicht eine Veranstaltung zu der Mondfinsternis anbieten, wo sie das Ganze im Fernrohr zeigen."
In Rheinland-Pfalz bietet etwa die Sternwarte Zweibrücken eine entsprechende Veranstaltung an, in Baden-Württemberg die Sternwarte Wertheim.
Nächste totale Mondfinsternis über Deutschland in drei Jahren
Bis kurz vor 21 Uhr bleibt der Mond in der totalen Phase und steht rot am Himmel. Danach bewegt er sich nach und nach wieder aus dem Schatten der Erde heraus. Gegen 22 Uhr ist er schließlich wieder ganz am Himmel zu sehen.
Hinschauen lohnt sich, denn die nächste totale Mondfinsternis über Deutschland kommt erst in drei Jahren. Am 31. Dezember 2028 können wir mit etwas Glück am frühen Silvesterabend wieder einen rot verfärbten Vollmond am Himmel sehen.