Illusionisten, Medien, die angeblich mit der Geisterwelt in Kontakt treten, faszinieren bis heute, aber warum glauben Menschen an ein Medium, selbst wenn es als Scharlatan überführt wurde?
London, 1879. Der moderne Spiritismus ist auf dem Höhepunkt seiner Popularität. Tausende erhoffen sich mittels spirituell empfänglicher Menschen, den Medien, Kontakt zu ihren Verstobenen. Parker, ein Buchhalter, der nach dem Tod seiner Mutter aus der Provinz nach London gekommen ist, um dort die großen Medien seiner Zeit zu erleben, wird von Thomson als Assistent engagiert. Thomson gilt als eines der bedeutendsten Medien Europas. Parker verehrt ihn wie keinen anderen und bleibt an seiner Seite. Sein Meister sagt ihm eine große Zukunft als Medium voraus.
Einige Jahre später sitzt Parker auf dem Bahnsteig in Bremen. Er wartet auf den Zug aus Brüssel. Jahre des Herumreisens liegen hinter ihm, in denen er tatsächlich zu einem geschickten Medium geworden ist. Jetzt wartet er auf Thomson, der seine Ersparnisse aus Brüssel holen und mit ihm ein neues Leben beginnen wollte. Ein Leben in Wahrheit, fern spiritistischer Zirkel, so wie Parker es sich gewünscht hat. Doch Parker weiß, dass er vergebens wartet und lässt sich schließlich wegführen. Er ist ein anderer, als er damals in London war. Er erzählt seine Geschichte.
Von A. L. Kennedy
Inspiriert durch die anonyme Veröffentlichung "Confessions of a Medium" von 1882
Übersetzung aus dem Englischen von Ingo Herzke
Mit: Stephan Kampwirth, Florian Lukas, Sebastian Schwab, Christoph Gawenda u. v. a.
Komposition: Jan-Peter Pflug
Regie: Sven Stricker
SWR 2010
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