Hörspiel

Kein Fluss

Das Hörspiel ist ab 20.5.2026 für 12 Monate im Podcast "Große Geschichten" von ARD Sounds zum Anhören und als Download verfügbar.

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Von Autor/in Selva Almada

Ihr Interesse an männlichen Ritualen wurde bereits in ihrer Kindheit in der argentinischen Provinz geweckt: Die 1973 geborene Schriftstellerin Selva Almada, die heute in Buenos Aires lebt, beobachtete neugierig die Angelausflüge ihres Vaters mit dessen Freunden. Diese frühe Faszination hat sie in ihrem Roman „Kein Fluss“ literarisch verarbeitet.

Drei Männer. Ein Boot. Und ein riesiger Rochen

Für die Mitfünfziger Enero und El Negro und den Teenager Tilo ist es nur ein spaßiges Wochenend-Abenteuer auf der Nachbarinsel: Sie erschießen einen alten Rochen und hängen ihn wie eine Trophäe an einen Baum, um ihn später, als er zu stinken beginnt, wieder in den Fluss zu werfen.

Dies ruft die einheimischen, naturverbundenen Dorfbewohner auf den Plan. Die Gewalt, die von Anfang an subtil zwischen Dorfbewohnern und Fremden spürbar ist, sammelt sich an und steigert sich – bis zum finalen Ausbruch. Zugleich wird die Handlung durch Rückblenden unterbrochen, in denen erzählt wird, dass Tilos Vater vor Jahren in eben dem Fluss, aus dem die Männer den Rochen gezogen haben, ertrunken ist. Danach haben die Freunde seinen Sohn unter ihre Fittiche genommen.

Ein zerstörerisches Verhältnis zwischen Mensch und Natur, zwischen Mann und Frau

In lakonischer wie kondensierter und bildreicher Sprache beschreibt Almada zwei Welten, die aufeinanderprallen, gibt der Natur eine fast mystische Stimme und wechselt zwischen Gegenwart und Vergangenheit. So entstehen eine vielschichtige, beunruhigende Stimmung und das Bild einer Welt, in der männliche Riten und das Patriarchat im Mittelpunkt stehen, aber auch Frauen eine geheime Macht besitzen.

Während der Fluss ein Sehnsuchts- und Erinnerungsort für die drei Freunde ist, ist der Wald der Insel ein vertrauter Ort der Einheimischen, der sie beschützt und der abweisend gegenüber den Fremden ist. Zugleich spielt der Tod eine große Rolle, sowohl in den Träumen und Gedanken der drei Männer an den ertrunkenen Freund und Vater, aber auch im Leben einer Dorfbewohnerin.

Hörspielregisseur Ulrich Lampen hat den Roman als Spiel innerer und äußerer Stimmen inszeniert.

Nach dem gleichnamigen Roman von Selva Almada
Aus dem Spanischen von Christian Hansen
Mit: Julian Anatol Schneider, Aljoscha Stadelmann, Sebastian Urzendowsky, Astrid Meyerfeldt u. v. a.
Musik: Steffen Schleiermacher
Hörspielbearbeitung und Regie: Ulrich Lampen
SWR 2024

Von links: Schauspieler Rainer Bock (El Negro), Thomas Sarbacher (Aguirre), Aljoscha Stadelmann (Enero Rey)
Die Schauspieler bei den Sprachaufnahmen zum Hörspiel "Kein Fluss". Von links: Rainer Bock (El Negro), Thomas Sarbacher (Aguirre), Aljoscha Stadelmann (Enero Rey). Christian Koch Bild in Detailansicht öffnen
Aljoscha Stadelmann spricht den Enero Rey
Aljoscha Stadelmann spricht den Enero Rey. Christian Koch Bild in Detailansicht öffnen
Schauspieler Rainer Bock in der Rolle des El Negro
Schauspieler Rainer Bock in der Rolle des El Negro. Christian Koch Bild in Detailansicht öffnen
Thomas Sarbacher beim Einsprechen der Rolle des Aguirre
Thomas Sarbacher beim Einsprechen der Rolle des Aguirre. Christian Koch Bild in Detailansicht öffnen
Lena Urzendowsky als Lucy
Lena Urzendowsky als Lucy. Christian Koch Bild in Detailansicht öffnen
Schauspielerin Lena Urzendowsky mit Regisseur Ulrich Lampen im Hörspielstudio
Schauspielerin Lena Urzendowsky mit Regisseur Ulrich Lampen im Hörspielstudio. Christian Koch Bild in Detailansicht öffnen
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Autor/in
Selva Almada