Der Regisseur Willi Forst war eigentlich bekannt für seine leichten Komödien. Er hatte sich im Nationalsozialismus bewusst auf unpolitische Stoffe konzentriert, um sich nicht vereinnahmen zu lassen. Nach dem Krieg aber wagt er etwas Neues und produziert den Film "Die Sünderin" mit Hildegard Knef in der Hauptrolle.
Prostitution, Tötung auf Verlangen, Suizid: FSK will Film nicht freigeben
Der Filmstart ist für Januar 1951 geplant, doch die katholische Kirche protestiert vehement, und die Freiwillige Selbstkontrolle will den Film nicht freigeben. Anders als es heute oft dargestellt wird, ist der Grund dafür nicht die Nacktszene mit Hildegard Knef. Die FSK kritisiert vielmehr, dass die Hauptfigur Marina wie selbstverständlich Prostitution als Ausweg ihrer Notlage wählt, dass sie ihren schwer erkrankten Freund auf dessen Wunsch tötet und anschließend sich selbst. Diese Darstellung von Prostitution, Tötung auf Verlangen und Suizid bewertet die FSK zunächst als gefährlich ein, da es zur Nachahmung anreizen könne.
Die Produktionsfirma und Regisseur Willi Forst beantragen umgehend ein Krisentreffen mit der FSK, zwei Tage vor der Premiere. Am Ende darf der Film doch gezeigt werden, und Willi Forst schildert nach der Premiere seine Sicht der Dinge.
Hildegard Knef
Suizid und Prostitution lösten damals Proteste aus Skandalfilm "Die Sünderin" nach 75 Jahren erstmals wieder in Koblenz gezeigt
Vor 75 Jahren empörte "Die Sünderin" mit Hildegard Knef die junge Bundesrepublik. Proteste folgten. Jetzt wurde der Film in Koblenz erstmals wieder gezeigt.
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