Im September 1975 legte eine Gruppe von über 200 Psychiatrie-Mitarbeitenden dem Deutschen Bundestag einen vernichtenden Bericht über ihren Klinikalltag vor. Die Psychiatrien glichen damals elenden Verwahranstalten. Sie waren überbelegt und unterbesetzt. Patienten wurden ruhiggestellt, weggesperrt und unter menschenunwürdigen Bedingungen untergebracht.
Die einberufene Enquête-Kommission forderte eine gemeindenahe Versorgung psychisch kranker Menschen und ihre Gleichstellung mit körperlich Erkrankten. Das stieß eine Psychiatriereform an, die bis heute nachwirkt.