SWR1: Wenn man Deinen Social-Media-Account anguckt, hat man das Gefühl, dass es ein Jahr der Preisverleihungen wird. Die GEMA hatte Dich ja auch schon für einen Musikautorenpreis nominiert ...
William Wahl: Ja, das ist richtig. Den GEMA-Preis hab ich jetzt zwar nicht gewonnen, aber das ist nicht so schlimm. Es war eine Super-Party und ich hab sehr nette Leute kennengelernt. Es war eine große Freude, da zu sein.
SWR1: Auf der Webseite des Mainzer Unterhauses steht, dass William Wahl den Deutschen Kleinkunstpreis erhält für seine herausragende Kunst, Sprache, Musik und seinen feinsinnigen Humor auf einzigartige Weise zu verbinden. Das geht doch runter wie Öl, oder?
Wahl: Das geht absolut runter wie Öl! Ja, das habe ich mir auch direkt mehrfach durchgelesen.
SWR1: Woher kommt das? Warum kannst Du das so gut?
Wahl: Ich hab das jahrzehntelang geübt. Ich habe durchaus als Anfänger begonnen, da war das noch nicht so. Ich habe mir das nach und nach draufgeschafft und bin darin besser geworden. Es ist wie wahrscheinlich mit jedem Handwerk, dass man sich richtig reinkniet. Und das ist halt meins.
Kabarettist William Wahl: zu Schulzeiten als Straßenmusiker Taschengeld dazu verdient
SWR1: Sprache mit Musik humorvoll verbinden, das machst Du ja nicht nur am Klavier. Im Jahr 2000, also vor gut 25 Jahren, hast Du die A-Cappella-Gruppe Basta gegründet. Warum eine neue Gruppe?
Wahl: Das offizielle Gründungsjahr war 2000. Wir haben uns tatsächlich schon zu Schulzeiten zusammengetan, als wir 16 oder 17 waren, und haben Straßenmusik gemacht. Das war total super, um Taschengeld nebenher zu verdienen. Das haben wir dann nach und nach professionalisiert und im Jahr 2000 unser erstes Konzert gegeben. Wir sind da irgendwie reingerutscht. Das war eigentlich kein Businessplan, sagen wir es mal so.
SWR1: Was machst Du lieber, allein am Klavier oder mit der Gruppe? Oder kann man das gar nicht vergleichen?
Wahl: Das kann man auf jeden Fall vergleichen. Aber die Gruppe tourt gar nicht mehr. Wir spielen noch ein Weihnachtskonzert im Jahr und freuen uns sehr darauf, uns zu sehen. Aber wir haben vor drei Jahren aufgehört, so richtig aktiv durch die Lande zu touren.
Es war auch gut, nach mehr als zwei Jahrzehnten aufzuhören. Da ist dann irgendwann der Moment gekommen, wo man sagt: Wir verabschieden uns davon. Aber es ist nett, die Jungs noch zu sehen, und so ist es schön.
SWR1: Also jetzt erstmal Party im Unterhaus, oder?
Wahl: Ich hoffe auf eine sehr gute und große Party. Ich bin dabei.