Oper von Georg Friedrich Händel

Theaterzauber vom Feinsten – „Rinaldo“ eröffnet die Händelfestspiele am Badischen Staatstheater Karlsruhe

Für seine Oper „Rinaldo“ ließ sich Georg Friedrich Händel 1711 einiges an Bühnenspektakel einfallen – fliegende Drachen und echte Vogelschwärme. In Karlsruhe setzt Regisseur und Ausstatter Hinrich Horstkotte auf animierte Bühnenbilder und spektakuläre Kostüme mit Anleihen bei Barock und Tolkiens „Herr der Ringe“. Höhenflüge für die Fantasie!

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Von Autor/in Marie-Dominique Wetzel

Einfache aber schöne Effekte

Wenn sich am Badischen Staatstheater der Vorhang zum ersten Akt der Oper „Rinaldo“ hebt, blickt das Publikum auf Jerusalem. Golden leuchtet die Kuppel des Felsendoms, alle anderen Häuser und Türme drumherum sind in Schwarzweiß.

Die Kulissen der Stadt sind aus Holz gebaut, die in eine weite, gemalte Landschaft übergehen. Natürlich erkennt man das auf den ersten Blick, aber freut sich über den schönen Effekt.

Der Regisseur und Bühnenbildner Hinrich Horstkotte hat seine Theater-Karriere als Marionettenspieler begonnen. Er setzt auf einfache, aber ästhetisch überzeugende Effekte.

Effektvolle Animations-Technik

Die junge Almirena hat sich in den Kreuzritter Rinaldo verliebt. In einer zarten Arie singt sie davon, dass sie sich wünscht, die Vögel mögen ihre Liebe zu ihm tragen. Die Vogelstimmen werden dabei von den Flöten aus dem Orchestergraben übernommen.

Almirena schaut durch ein riesiges, rundes Fenster in den Himmel, an dem handgezeichnete, animierte Vögel ihre Kreise ziehen. Diese Animations-Technik erweist sich im Laufe der Inszenierung immer wieder als sehr effektvoll.

Ständige Szenenwechsel und viele Abenteuer

Zum Beispiel wenn zum ersten Mal die böse Zauberin Armida auftritt. Plötzlich verdüstert sich der Himmel, Wolken ziehen auf und Blitze zucken über der Stadt.

Die Händel-Oper „Rinaldo“ lebt von ständigen Szenenwechseln und den vielen Abenteuern, die der verliebte Titelheld bestehen muss, bis er seine geliebte Almirena, die zwischenzeitlich von den Feinden entführt wurde, wiederfindet.

Die Fantasie erlebt Höhenflüge

Über drei Stunden dauert die Aufführung, da muss man sich schon einiges einfallen lassen, um das Publikum auch optisch immer wieder zu überraschen. Hinrich Horstkotte setzt deswegen auch auf besonders ausgefallene und phantasievolle Kostüme.

So hat Armida im Laufe des Abends insgesamt sieben Kostümwechsel – als Zauberin ist ihre ständige Verwandlungskunst sozusagen Programm.

Und so fanden auch endlich die Stachelschweinborsten Verwendung, die Hinrich Horstkotte schon länger in seinem Materialfundus liegen hatte. Auch wenn die Drachen in dieser Inszenierung am Boden bleiben – die Fantasie erlebt auf jeden Fall Höhenflüge!

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Autor/in
Marie-Dominique Wetzel