In dem Stück „Herr Gerber will heim“ macht eine Klappmaulpuppe erlebbar, was es bedeutet, wenn Erinnerung und Identität verschwimmen – und lässt Betroffene, Angehörige und Publikum das Thema für einen Moment viel leichter nehmen.
Takt & Therapie – Krankheiten der großen Komponisten Maurice Ravel – Demenz bei vollem Bewusstsein
Maurice Ravel ist lange Zeit gesund, dann, mit Ende 50 trifft es ihn mit aller Wucht: Primär progressive Aphasie, eine Variante der Frontotemporalen Demenz, damals komplett unbekannt. Bald schon kann er nicht mehr sprechen, nicht mehr schreiben, sich kaum noch bewegen. Die Versuche der Ärzte sind hilflos, zuletzt öffnet man seinen Schädel, da man einen Hirntumor vermutet, doch den Eingriff überlebt Ravel nur um wenige Tage. Das Grausame: Ravel kann den Verlauf seiner Erkrankung bewusst mitverfolgen, bleibt bis zuletzt kognitiv klar. Takt & Therapie mit SWR Musikredakteurin Ines Pasz und dem Arzt und Musiker Dr. Michael Jelden untersucht, wie Ravel damit umgeht, wie genau sich diese Krankheit bei ihm äußert, welche medizinischen Möglichkeiten es damals gegeben hätte und ob man ihn heute heilen könnte.
Musikliste Maurice Ravel:
Sérénade grotesque/ Bertrand Chamayou (Klavier)
Violinsonate G-Dur, Blues/ Alina Ibragimova (Violine), Cédric Tiberghien (Klavier)
Oiseaux tristes aus Miroirs / Vincent Larderet (Klavier)
Nahandove aus Chansons madécasses/ Magdalena Kozená (Mezzosopran) & Ensemble