Als Judi Dench, hier in Franco Zeffirellis Weltkriegsdrama „Tee mit Mussolini“ aus dem Jahr 1999, ihr großer Durchbruch im Film gelingt, ist sie bereits über 60. Die Bühne ist – und bleibt bis heute – die erste Heimat der Schauspielerin.IMAGOIMAGO / Everett Collection
Es ist eine Vorstellung von Peggy Ashcroft als Shakespeares Cleopatra, die Judi Dench nach eigenen Angaben dazu bewegt, Schauspielerin zu werden. Mit Shakespeare gibt sie schließlich auch mit der Londoner Old Vic Company ihr Bühnendebut: 1957 als Ophelia in „Hamlet“.IMAGOIMAGO / ZUMA/Keystone
Am Old Vic spielt Dench bis 1961 unter einigen der renommiertesten Regisseure der damaligen Zeit. Vor allem als Shakespeare-Darstellerin tut sie sich hervor, u.a. als Julia in „Romeo und Julia“, als Katherine in „Heinrich V.“ oder. im Bild, als Maria in„Was ihr wollt“.IMAGOIMAGO / United Archives International
Nach vier Spielzeiten am Old Vic wechselt Dench an zur Royal Shakespeare Company, der sie bis heute verbunden bleibt. Unter deren Intendant Peter Hall hat Dench auch einen ihrer ersten großen Film-Auftritte: 1968 spielt sie die Titania in Shakespeares „Sommernachtstraum“.IMAGOIMAGO / Everett Collection
Doch nicht nur mit Shakespeare steht Dench auf der Bühne: 1968 spielt sie in der Londoner Erstaufführung von Kander und Ebbs Musical „Cabaret“ als Nachtclubsängerin Sally Bowles auf der Bühne. Vier Jahre später erhält Liza Minnelli für die Rolle in der Verfilmung einen Oscar.IMAGOIMAGO / ZUMA/Keystone
Für ihre Verdienste um die Schauspielkunst wird Judi Dench 1970 von Königin Elizabeth II. in den Order of the British Empire aufgenommen. 1988 erhält Dench den Titel Dame Commander. Im Bild: Elizabeth II. und Dench bei der Filmpremiere von „Casino Royale“ (2006). IMAGOIMAGO / ZUMA Press Wire
Nur unregelmäßig unterbricht Judi Dench ihre Arbeit auf der Bühne für Filmrollen. Größere Beachtung findet die Nebenrolle als Schriftstellerin Eleanor Lavish in James Ivorys „Zimmer mit Aussicht“ (1985) nach dem gleichnamigen Roman von E.M. Forster.IMAGOIMAGO / Capital Pictures
Einem größeren Kinopublikum wird Dench allerdings erst 1996 bekannt, als sie in „GoldenEye“ die Rolle der Geheimdienstchefin übernimmt. Die Rolle spielt sie neben zwei James-Bond-Darstellern, Pierce Brosnan und Daniel Craig, in sieben Filmen, zuletzt in „Skyfall“ (2012). Im Bild: „Casino Royale“ (2006).IMAGOIMAGO / Cinema Publishers Collection
Auch Hollywood wird kurz darauf auf Judi Dench aufmerksam. Ihre erste Oscar-Nominierung erhält sie als zurückgezogen trauernde Königin Victoria in „Ihre Majestät Mrs. Brown“ (1997).IMAGOIMAGO / Allstar
Ein Jahr später spielt Dench erneut eine britische Monarchin: Ihr Auftritt als alternde Elizabeth I. in „Shakespeare in Love“ ist nur kurz, zeigt aber große Wirkung ...
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1999 gewinnt Dench für die Rolle den Oscar als beste Nebendarstellerin, neben Roberto Begnini, Gwyneth Paltrow und James Coburn. Bis heute war Dench achtmal bei den Oscars nominiert, gewann die Trophäe aber nur einmal.IMAGOIMAGO / ZUMA/Keystone
Spätestens in den 2000er-Jahren ist Judi Dench als Filmschauspielerin für große Frauenrollen fest etabliert. 2001 verkörpert sie an der Seite von Jim Broadbent in „Iris“ die alternde, mit ihrer Alzheimer-Erkrankung kämpfende Schriftstellerin Iris Murdoch (1909 - 1999).IMAGOIMAGO / Everett Collection
Bedrohlich hingegen wirkt Dench in Richard Eyres Thriller „Tagebuch eines Skandals“ (2006). Dench spielt hier eine von ihrer jüngeren Kollegin (gespielt von Cate Blanchett) besessene Kunstlehrerin. Als sie von deren Affäre mit einem Schüler erfährt, beginnt sie diese zu bedrohen.IMAGOIMAGO / United Archives
Trotz ihrer Filmerfolge kehrt Judi Dench immer wieder auf die Bühne zurück. 2002 spielt sie an der Seite ihrer langjährigen Freundin und Kollegin Maggie Smith am Royal Haymarket Theatre in David Hares Theaterstück „The Breath of Life“.
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Die beiden Schauspielerinnen spielen auch gemeinsam in Filmen wie „Best Exotic Marigold Hotel“ (2012), in dem eine Gruppe von britischen Best Agern auf der Suche nach einer bezahlbaren Seniorenresidenz den Weg nach Indien antreten. IMAGOIMAGO / Capital Pictures
Eigentlich hätte Dench in der Uraufführung des Musicals „Cats“ von Andrew Lloyd Webber spielen sollen. In der Verfilmung kehrt sie 2019 zum Stoff zurück – mit zweifelhaftem Ergebnis. Kritiker zerreißen Tom Hoopers Film, Dench erhält eine Nominierung für die Goldene Himbeere als schlechteste Nebendarstellerin.IMAGOIMAGO / ZUMA/Keystone
Auch im ohen Alter denkt Judi Dench trotz körperlicher Beschwerden nicht an den Abschied von der Schauspielerei. In Kenneth Branagh Drama „Belfast“ spielt Dench 2021 die Rolle der Großmutter. Die Rolle bringt ihr einmal mehr eine Nominierung als beste Nebendarstellerin bei den Oscars.IMAGOIMAGO / Capital Pictures