Nähern sich runde Jubiläen, häufen sich nicht nur bei Schauspielerinnen die Elogen. Doch bei Judi Dench, die am 9. Dezember 2024 ihren 90. Geburtstag feiert, bedarf es dafür eigentlich keines Jubiläums.
Ihr Status als „National Treasure“, schauspielerischer Schatz Großbritanniens, ist so unbestritten, dass Komikerin Tracey Ullman ihn in mehreren Sketchen aufs Korn genommen hat: Sie porträtiert Dench in der BBC als Gelegenheitskriminelle, die niemand für ihre Missetaten belangt – einfach weil sie Judi Dench ist.
Von Ophelia zur Englands Königinnen
Judith Olivia Dench debütierte in den 1950er-Jahren am Londoner Old Vic Theatre als Ophelia in „Hamlet“. Bald machte sie sich einen Namen in den großen Frauenrollen William Shakespeares. 1988 erhebt sie Queen Elizabeth als Dame Commander in den Ritterstand.
Denchs Ausflüge ins Filmgeschäft waren zunächst selten, erst mit ihren Auftritten in den James-Bond-Filmen etabliert sie sich international. In ihrer sieben Jahrzehnte umfassenden Karriere gewann Dench sieben Olivier-Awards, sechs Auszeichnungen der britischen Filmakademie (BAFTA), zwei Golden Globes, einen Tony und einen Oscar, letzteren für ihre Rolle als Queen Elizabeth I. in „Shakespeare in Love“.
Von größeren Rollen scheint sich Judi Dench in den letzten Jahren verabschiedet zu haben. Ihre bislang letzte Hauptrolle spielte sie 2022 als Bewohnerin eines Seniorenheims in Richard Eyres Film „Allelujah“. Eine bewegende Charakterstudie, wie man sie – hier ist sie nun doch, die Geburtstagseloge – von einer der größten Schauspielerinnen Großbritanniens nicht anders erwarten sollte.