Gespräch

Filmfest-Halbzeitbilanz: Venedig zeigt Haltung und starke Filme

„Von Überraschungsarmut kann keine Rede sein“, sagt Filmkritiker Rüdiger Suchsland in SWR Kultur über die Filmauswahl bei den 82. Filmfestspielen von Venedig.

Teilen

Stand

Mehr als Männerkino

Besonders beeindruckend sei Kathryn Bigelows nuklearer Thriller „A Room Full of Dynamite“, der Standing Ovations bekam und als Favorit gilt. Auch „The Wizard of the Kremlin“ über Putins Aufstieg mit Jude Law in einer Nebenrolle gehört für ihn zu den Höhepunkten.

Neben großen Namen wie Bigelow überzeugt auch Mona Fastvold mit „The Testament of Anne Lee“. Der Film entstand mit nur zehn Millionen Dollar – ein Mini-Budget im Vergleich zu Hollywood – und sei dennoch, so Suchsland, „ein ganz großartiger Film“. Auch Sofia Coppola hat mit einem Dokumentarfilm über Modedesigner Marc Jacobs überzeugt.

Zwischen Protest und Preisverleihung

Parallel zum Festival gab es in Venedig Proteste gegen Israels Gaza-Einsatz sowie einen offenen Brief von Filmschaffenden. Für Suchsland spiegelt sich das Politische auch im Kino: Viele Werke erzählen nicht mehr klassische Heldenreisen, sondern zeigen ganze Systeme, Machtapparate und die Realität der Gegenwart.

Venedig

Gaza-Proteste überschatten Festivalstart Start der Filmfestspiele Venedig: Zwischen Protesten und großem Kino

Die Filmfestspiele von Venedig starten mit einem Eklat. Filmschaffende fordern von der Festivalleitung mehr Haltung gegen den Gazakrieg. Und was ist sonst in Venedig zu erwarten?

SWR Kultur am Morgen SWR Kultur

Erstmals publiziert am
Stand
Das Interview führte
Philine Sauvageot
Philine Sauvageot, Team SWR Kultur
Interview mit
Rüdiger Suchsland