Historisches Weltkriegsdrama

„Pressure“ im Kino: Der D-Day aus Sicht der Meteorologen

Das Weltkriegsdrama „Pressure“ erzählt aus einer ungewöhnlichen Perspektive von der Invasion der Alliierten am D-Day. Im Mittelpunkt steht der Meteorologe James Stagg, der voraussagen soll, ob das Wetter die Landung in der Normandie erlaubt. Regisseur Anthony Maras („Mumbai Hotel“) macht daraus einen packenden Wettlauf gegen die Zeit.

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Von Autor/in Julia Haungs

Nervenaufreibende Wetterprognose

An dieser Wettervorhersage hängt das Leben zehntausender Soldaten, der Verlauf des Zweiten Weltkriegs und das Schicksal Europas. Auf dem britischen Chefmeteorologen James Stagg lastet eine riesige Verantwortung.

Im Jahr 1944 kann die Wissenschaft das Wetter seriös nur 24 Stunden im Voraus prognostizieren. Doch General Eisenhower, der Oberbefehlshaber der alliierten Streitkräfte, will von Stagg eine eindeutige Antwort: Lässt das Wetter die Landung in der Normandie wie geplant drei Tage später zu oder nicht?

Unter Hochdruck sammelt Staggs Team alle verfügbaren Messdaten von Wetterstationen, um daraus eine belastbare Prognose für die Normandie abzuleiten. Das Ergebnis gefällt den Generälen allerdings gar nicht, denn Stagg sagt eine hohe Wahrscheinlichkeit für Sturm, Regen und tiefhängende Wolken voraus. Er rät dazu, den Angriff zu verschieben.

 

Still aus dem Film "Pressure" aus dem Jahr 2026
Können die Alliierten in der Normandie anlanden oder lässt es das Wetter nicht zu? Diese Frage beschäftigt den britischen Chefmeteorologen James Stagg im Juni 1944. Landmark Media

Ein intensives Kammerspiel

In „Pressure“ komprimiert Regisseur Anthony Maras die 72 Stunden vor dem D-Day zu einem intensiven Kammerspiel, in dem das Risiko der größten Seeinvasion der Geschichte immer wieder neu vermessen wird.

Staggs Lage wird umso schwieriger, als sein Rivale, der amerikanische Meteorologe Irving Krick, Sonne voraussagt. Allerdings leitet Krick lediglich Analogien aus historischen Wetterkarten ab, statt die aktuellen Daten zu interpretieren.

Dass das mit Wissenschaft nicht viel zu tun hat, will der Generalstab nicht hören. Denn den Alliierten läuft die Zeit davon, wenn sie die Deutschen mit ihrem Angriff überraschen wollen.

 

Still aus dem Film "Pressure" aus dem Jahr 2026
Sind sich nicht immer einig: Brendan Fraser als General Dwight D. Eisenhower (links) und Andrew Scott als britischer Chefmeteorologe James Stagg. Landmark Media

Der Meteorologe als stiller Held

Als Gegenspieler von Brendan Fraser als lauter, hochfahrender Eisenhower lässt Hauptdarsteller Andrew Scott seinen Stagg zu einem stillen Helden wachsen, der für seine Überzeugungen einsteht. Mit äußerster Zurückgenommenheit spielt er ihn als verschlossenen, humorlosen Nerd, der dafür kämpft, dass diese schwere Entscheidung auf Grundlage wissenschaftlicher Fakten getroffen wird.

Auch wenn es hier „nur“ ums Wetter geht und nicht ums Klima – in diesen Szenen scheint die Gegenwart mitzuschwingen, in der es wissenschaftliche Erkenntnisse in politischen Entscheidungsprozessen immer schwerer haben, sich durchzusetzen.

Wissenschaft in politischen Entscheidungsprozessen

Am Ende bricht das Weltkriegsdrama aus seinem kammerspielartigen Setting aus und zeigt die Invasion. Diese hat man in anderen Filmen allerdings schon deutlich spektakulärer gesehen.

Die Stärke von „Pressure“ liegt in den Szenen weitab des Schlachtfelds und dem Greifbarmachen des Drucks, unter dem die Verantwortlichen diese folgenreiche Entscheidung treffen mussten. Nie war eine Wettervorhersage im Kino so nervenaufreibend.

Trailer „Pressure“. Ab 17.9.2026 im Kino.

PRESSURE Trailer German Deutsch (2026) Brendan Fraser, Andrew Scott

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Autor/in
Julia Haungs
Julia Haungs, Autorin  und Redakteurin, SWR Kultur