Auch dreieinhalb Jahre nach ihrem Tod ist Königin Elizabeth II. im britischen Königreich allgegenwärtig. Elizabeth Alexandra Mary Mountbatten-Windsor, so der volle Name der Monarchin, die nach dem frühen Tod ihres Vaters George VI. mit 26 Jahren den Thron bestieg. Bis zu ihrem Tod stand sie 70 Jahre an der Spitze Großbritanniens und des Commonwealth.
Das britische Königshaus mag sich dieser Tage einmal mehr in großen Krisen befinden, insbesondere aufgrund der Beziehungen des ehemaligen Prinzen Andrew zum amerikanischen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Die Faszination um Elizabeth II. ist dennoch ungebrochen. Das beweisen auch zahlreiche Filme, Theaterstücke oder die erfolgreiche Netflix-Serie „The Crown“ eindrucksvoll.
Auch im Londoner Stadtbild begegnet man Königin Elizabeth vielerorts: Ihr königliches Monogramm „ER II“, kurz für lateinisch „Elizabeth Regina II“, findet sich auf Torbögen, Laternenmasten und Briefkästen, die in ihrer Regierungszeit aufgestellt wurden. Aber auch unter der Erde wird der Königin gedacht.
Die neue Elizabeth Line
Zum 70. Thronjubiläum der Königin wurde 2022 die Elizabeth Line als neue Ost-West-Verbindung der Londoner U-Bahn eröffnet. Die Line verbindet Städte wie Reading und Slough, den Flughafen Heathrow und mehrere Ortschaften in der Grafschaft Essex mit dem Zentrum von London.
Vorschläge für eine schnelle Ost-West-Verbindung, die insbesondere die wichtigen Londoner Bahnhöfe Paddington und Liverpool Street miteinander verknüpfen, gab es bereits in den 1940er-Jahren. Die Bauarbeiten begannen im Jahr 2009.
Mit ihnen ging auch eines der umfangreichsten archäologischen Forschungsprojekte in der Londoner Innenstadt einher, bei dem unter anderem Überreste von Friedhöfen aus der Zeit der Großen Pest von London (1665) und Funde aus der Steinzeit und römischen Besiedelung zutage gefördert wurden.
Eine Ausstellung ehrt die Queen als Modeikone
Queen Elizabeth II. ist vor allem in ihren späteren Jahren als Dame in farblich abgestimmten Mänteln, Kleidern und auffälligen Hüten in bester Erinnerung. Aber auch in ihrer Jugend setzte die Queen bewusst modische Akzente und trug auf ihrem Körper das modische Selbstverständnis Großbritanniens zur Schau.
Eine aktuelle Ausstellung des Royal Collection Trust mit dem Titel „Queen Elizabeth II. – Her Life in Style“ zeigt bis zum 18. Oktober 2026 eine Vielzahl von Kleidern, Kostümen und Accessoires, die die Königin in ihrem Leben trug.
Zu den Highlights der Ausstellung gehören unter anderem das Hochzeitskleid der Königin, dass sie 1947 zur Vermählung mit Prinz Philip von Griechenland und Dänemark trug, sowie das reich bestickte Krönungskleid aus dem Jahr 1953.
Das Queen Elizabeth Memorial in der Stadtmitte
Kurz vor dem zweiten Todestag der Königin wurden im Jahr 2024 die Pläne verkündet, im Zentrum von London eine Gedenkstätte für die verstorbene Königin einzurichten. Das Queen Elizabeth II. Memorial soll künftig das Angesicht des St. James’s Park nahe des Buckingham Palace prägen. Im vergangenen Jahr wurde bekanntgegeben, dass das britische Architektenbüro Fosters + Partners mit der Gestaltung des Monuments beauftragt wurde.
Über den See im Herzen des Parks soll künftig eine durchscheinende Glasbrücke führen, deren Design an die Diamant-Tiara von Queen Mary erinnert, die Elizabeth bei ihrer Hochzeit trug. Sie gilt bis heute als eines der legendärsten Schmuckstücke der Königin.
In der Nähe des Marlborough Gate, das auf die berühmte Prachtstraße The Mall führt, sollen künftig Statuen der Königin und ihres Ehemanns Prinz Philip aufgestellt sein. Eine weitere Statue der Königin soll auf der gegenüberliegenden Seite des Parks am Birdcage Walk errichtet werden. So wird Queen Elizabeth II. auch in Zukunft im Herzen Londons präsent bleiben.