25-jähriges Jubiläum

Donauschwäbisches Zentralmuseum: „Wir sind ein europäisches Museum“

Es ist das einzige Museum in Deutschland, das sich mit der Geschichte der Donauschwaben beschäftigt. Man habe es sich zur Aufgabe gemacht, demokratische Werte vermitteln zu wollen, so der Direktor des Ulmer Museums.

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Das Donauschwäbisch Zentralmuseum, kurz DZM, in Ulm ist das einzige Museum in Deutschland, das sich umfassend und wissenschaftlich mit der Geschichte der Donauschwaben beschäftigt. Jetzt feiert es sein 25-jähriges Jubiläum.

Den Bogen bis in die Gegenwart spannen

Im Gespräch mit SWR Kultur sagt der Direktor des DZM, Tamás Szalay, das Museum betrachte sich als europäisches Museum. Seine Aufgabe sei es, auch über Ulm hinaus bis in den Donauraum, demokratische Werte zu vermitteln und für das friedliche Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen zu werben.

Die Donauschwaben waren deutschsprachige Siedler, die seit dem 18. Jahrhundert in Südosteuropa lebten, insbesondere in Ungarn, Serbien, Rumänien und Kroatien. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden viele von ihnen verfolgt und vertrieben.

Die Themen Fluchterfahrung, die Erfahrung des Neubeginns, die Kriegserfahrung, das können wir vermitteln und das tun wir auch.

So würden aktuell auch immer wieder ukrainische Flüchtlinge das Museum besuchen und bewegt feststellen, „dass es Fluchtgeschichten schon immer gab und es doch eine Möglichkeit für einen Neubeginn gibt und eine Hoffnung gibt“, so Szalay.

Ulm

Donauschwäbisches Zentralmuseum in Ulm erinnert an Schicksale "Stalins Sklaven": Was verschleppte Donauschwaben in sowjetischen Lagern erlebt haben

Im Januar 1945 werden rund 90.000 Donauschwäbinnen und -schwaben zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion verschleppt. Das DZM Ulm zeigt eine Ausstellung mit beispielhaften Biografien.

Ulm Verschleppt - 80 Jahre Deportation in die Sowjetunion

Rund 120.000 Deutsche aus Südosteuropa wurden im Januar 1945 in die Sowjetunion deportiert, die meisten von ihnen waren Donauschwaben und -schwäbinnen aus Ungarn, Rumänien und Jugoslawien. Viele von „Stalins Sklaven“ – wie sie auch genannt werden - kamen unter den widrigsten Umständen in Bergwerken oder beim Straßenbau etwa in Sibirien oder im Ural ums Leben.

Erstmals publiziert am
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Das Interview führte
Harthauer Kristine
Interview mit
Tamás Szalay