Journalismus in der Krise?

Google & KI: Warum Verlage um die Meinungsfreiheit bangen

Wer heute bei Google etwas sucht, bekommt häufig direkt eine Antwort – ganz oben auf der Seite. Möglich machen das sogenannte „KI-Überblicke“, die Informationen automatisch aus verschiedenen Quellen zusammenstellen. Für viele Nutzerinnen und Nutzer ist das praktisch, doch für Medienhäuser ein Problem.

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Seit März testet Google in den USA sogenannte KI-Überblicke. Dabei fasst eine künstliche Intelligenz Inhalte aus dem Netz zusammen und spielt sie ganz oben in der Suchmaschine aus, noch vor den eigentlichen Quellen. Das bedeutet weniger Klicks, mehr Bequemlichkeit, doch Verlage und Medienschaffende schlagen Alarm.

Helmut Verdenhalven, Leiter Medienpolitik beim Bundesverband der Digitalpublisher und Zeitungsverleger, warnt:

Die KI-Anwendungen von Gatekeepern wie Google sind ein existenzielles Problem für freie Meinungsbildung in Deutschland.

Chance oder Gefahr?

Wenn journalistische Inhalte ohne klare Quellenzuordnung von KIs weiterverarbeitet werden, drohen laut Verdenhalven auch Markenschäden für klassische Medien und eine gefährliche Entwicklung in Richtung KI-generierten „Pseudo-Journalismus“.

Gleichzeitig sieht er in der aktuellen Situation auch eine Chance:
„Eine Sternstunde für verlässlichen, echten Journalismus“ könne es werden – wenn Redaktionen Haltung zeigen und Qualität sichtbar bleibt.

Erstmals publiziert am
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Das Interview führte
Frauke Oppenberg
Frauke Oppenberg, Team SWR Kultur
Interview mit
Helmut Verdenhalven