Feature

Im Grenzland – Frauen in Estland bereiten sich auf den Ernstfall vor

Teilen

Stand

Von Autor/in Juli Schulz

Estland blickt auf eine Geschichte politischer Fremdbestimmung zurück – mehrmals stand das Land unter russischer Herrschaft. Seit Russland Krieg gegen die Ukraine führt, wächst in Estland die Sorge vor einem erneuten Verlust der Unabhängigkeit. Immer wieder kommt es zu gezielten Provokationen: russische Militärjets dringen in den estnischen Luftraum ein, Cyberangriffe zielen auf die sensible Infrastruktur staatlicher Einrichtungen, GPS-Störungen beeinträchtigen die zivile Luftfahrt.

Estlands Verteidigungsminister Hanno Pevkur warnt: Eine Invasion durch Russland sei innerhalb der kommenden Jahre realistisch. So investiert das kleine baltische Land massiv in seine Sicherheit – mit den dritthöchsten Verteidigungsausgaben aller NATO-Mitgliedsstaaten.

Die Naiskodukaitse bereitet sich vor

Eine entschlossene Antwort auf die zunehmende Bedrohung durch Russland kommt von der Naiskodukaitse – einer Fraueneinheit des Freiwilligenverbandes der estnischen Streitkräfte. Neben Estinnen sind auch Geflüchtete aus der Ukraine sowie emigrierte Russinnen dabei. Sie alle vereint das Ziel, Estland zu verteidigen – und sich selbst. Die Mitglieder der Naiskodukaitse absolvieren eine militärische Grundausbildung, außerdem Trainingseinheiten zu Krisenmanagement und Erster Hilfe.

Eine weibliche Perspektive auf den Krieg

Was bewegt die Frauen, sich der Organisation anzuschließen? Mit welchen inneren Konflikten, Ängsten und persönlichen Grenzen werden sie konfrontiert? Würden sie kämpfen, wenn der Ernstfall eintritt?
Und: Gibt es ein weibliches Denken und Handeln in Kriegs- und Krisensituationen?
Die Frauen erzählen von ihrer Motivation, sich der Einheit anzuschließen und von biografischen Erfahrungen, welche ihren Blick auf Verteidigung geprägt haben.

SWR/DLF/RB 2025

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Juli Schulz