Orlanda Sassu, genannt Iolanda, war eine sardische Dichterin und frühe Öko-Aktivistin (1924-2015). Sie archivierte zeitlebens mit Tonbandaufnahmen ihre Erinnerung.
Kassetten als Zeitmaschinen
Die Lieder, Gedichte und Begegnungen der Poetin beschwören eine einzigartige Lebenswelt und Sprachkultur herauf, die auf der Insel allmählich verschwindet.
Wiederentdeckt auf Tonband
Ihre Stimme durchbricht Zeitgrenzen und führt zu den Orten ihres Lebens: zum Fluss, wo sie die Wäsche wusch, in ihr Häuschen am Rande der Kleinstadt Guspini, ans Meer, in die Sanddünen zur Baumhütte, die sie mit ihrem Gefährten Efisio zum Schutz eines jahrhundertealten Wacholderbaums errichtet hatte.
Eine Stimme gegen das Vergessen: Sardiniens sterbende Sprachkultur
Unübersetzte sardische O-Töne entziehen sich dem eindeutigen Verständnis. Die Adaption gibt ihrem Klang Raum. Iolandas Stimme reist über Jahrzehnte hinweg und trifft uns: atmend, kratzig, ungebrochen lebendig.
DLF Kultur/SWR 2026